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Sport

Deutschland schießt sich warm

Es geht auch ohne Michael Ballack. Zumindest gegen den 152. der Weltrangliste. 7:0 gewann die deutsche Nationalmannschaft ihr drittletztes Testspiel vor der WM gegen Luxemburg.

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Die Fans in Freiburg hatten ihren Spaß

Mit einem Schützenfest und vielen guten Ansätzen hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 13 Tage vor dem Start der WM im eigenen Land Selbstvertrauen getankt. Die Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gewann in Freiburg gegen Fußball-Zwerg Luxemburg locker mit 7:0 und fachte mit sehenswerten Kombinationen und schönen Toren auch die WM-Euphorie bei den Fans an.

Gegen die überforderten Luxemburger, die seit elf Jahren kein Länderspiel mehr gewonnen haben, siegte das DFB-Team auch in dieser Höhe verdient. Das Fehlen Ballacks, der sich im Trainingslager in Genf bei einem Test gegen eine Juniorenauswahl das Kapselband im linken Knöchel gezerrt hatte, machte sich bei dem lockeren Spiel nicht weiter bemerkbar.

Vor 23.000 Zuschauern im ausverkauften Dreisam-Stadion, die immer wieder Klinsmann mit Sprechchören feierten, trafen in der ersten Halbzeit Miroslav Klose, Torsten Frings per Foulelfmeter sowie Lukas Podolski. Nach der Pause waren erneut Klose und Podolski, der ebenfalls einen Strafstoß verwandeln konnte, sowie kurz vor Schluss Oliver Neuville mit einem Doppelschlag erfolgreich. Neben den Torschützen wusste vor allem der agile Münchner Bastian Schweinsteiger zu gefallen.

Agile linke Seite

Der Trainerstab hatte vor der Partie gegen den Kleinstaat von einem "Experimentierspiel" gesprochen. Besonders im Blickpunkt stand Tim Borowski, der Ballacks Rolle im zentralen offensiven Mittelfeld übernehmen sollte. Und der Bremer wurde den Erwartungen durchaus gerecht. An fast allen gefährlichen Offensivaktionen war der 26-Jährige beteiligt, mehrmals setzte er - wie etwa vor dem 3:0 - mit schönen und überraschenden Pässen die luxemburgische Abwehr schachmatt, und um ein Haar hätte er sich sogar selbst in die Torschützenliste eingetragen: Doch seinen Gewaltschuss in der 41. Minute lenkte Torwart Marc Oberweis mit Glanzparade um den Pfosten.

Noch auffälliger agierte aber der wieselflinke und ständig anspielbare Bastian Schweinsteiger, der über links gemeinsam mit Verteidiger Marcell Jansen deutlich mehr Druck machte als das Tandem auf der anderen Seite, Arne Friedrich und Bernd Schneider.

Nicht allzu sehr gefordert wurde erwartungsgemäß die Viererabwehr. Klinsmann gab in der Mitte zunächst Huth und Christoph Metzelder den Vorzug. Abstimmungsprobleme zwischen dem nicht immer überzeugenden Friedrich und Huth eröffneten den Luxemburgern aber in der 9. Minute die beste Torchance, die Charles Leweck knapp vergab. Jens Nowotny von Bayer Leverkusen wartete auf sein Comeback ebenso vergeblich wie der Dortmunder David Odonkor auf sein Debüt.

Zweimal wird noch getestet

Klose und Podolski

Miroslav Klose freut sich über seinen zweiten Treffer, Lukas Podolski (links) ebenfalls

Schon in der 5. Minuten setzte sich der Noch-Kölner Lukas Podolski im Strafraum wunderbar durch und passte perfekt zu Sturmkollegen Klose, der vom Fünf-Meter-Raum den Ball nur noch über die Linie drücken musste. In der 19. Minute wurde Schweinsteiger im Strafraum zu Fall gebracht. Den berechtigten Elfmeter verwandelte Frings problemlos. Nach Traumpass von Borowski erzielte Podolski in der 36. Minute den 3:0-Halbzeitstand.

In der Pause wechselte Klinsmann wie zuvor angekündigt kräftig durch: Den nahezu beschäftigungslosen Jens Lehmann ersetzte er durch Oliver Kahn, Sebastian Kehl kam für Frings, Thomas Hitzlsperger ersetzte Jansen, und Per Mertesacker löste Huth in der Innenverteidigung ab. Den deutschen Offensivdrang hemmten die Wechselspielchen kaum.

In der 59. Minute erhöhte Klose nach einem frechen Freistoßzuspiel Schweinsteigers auf 4:0, sechs Minuten später war erneut Podolski erfolgreich: Nach einem Foul an dem für Klose kurz zuvor eingewechselten Schalker Gerald Asamoah verwandelte der 20-Jährige den fälligen Elfmeter zum 5:0. In den letzten 25 Minuten ließen die deutschen Spieler es dann merklich ruhiger angehen. Dennoch konnte der für Podolski eingewechselte Neuville kurz vor Schluss mit zwei Toren binnen einer Minute noch einmal nachhaltig auf sich aufmerksam machen.

Vor dem WM-Eröffnungsspiel am 09. Juni in München gegen Costa Rica bleiben dem DFB-Team jetzt noch zwei Gelegenheiten zum Testen: Am Dienstag ist in Leverkusen WM-Teilnehmer Japan der Gegner, am Freitag in Mönchengladbach Kolumbien. Klinsmann hofft, dann auch wieder den 29-jährigen Ballack einsetzen zu können. (wga)