1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Deutschland rutscht in die Rezession

Die Zahlen kommen kaum noch überraschend, bedrückend bleiben die Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes aber dennoch: Deutschland steckt in der Rezession, ein Umschwung ist frühestens Ende 2009 in Sicht.

Exportnation Deutschland, Fotomontage DW, Symbollbild

Exporteinbruch trifft Deutschlands Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist Ende 2008 in die schwerste Rezession seit der Wiedervereinigung geraten. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember um 2,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Wegen des guten Jahresauftakts reichte es für das Gesamtjahr 2008 trotzdem noch zu einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Deutsche Exporte brechen drastisch ein

Der Konjunktureinbruch ist vor allem der Exportschwäche geschuldet. Die Ausfuhren sanken im vierten Quartal dramatisch um 7,3 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr. Die Unternehmen investierten zudem 4,9 Prozent weniger in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen.

Düstere Prognosen

Die Wirtschaft wird nach Prognosen von Experten frühestens

am Jahresende wieder auf Wachstumskurs schwenken. Die Bundesregierung erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um rund 2,25 Prozent - das wäre das größte Minus seit Bestehen der Bundesrepublik.

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hier zu Gast bei der Deutschen Welle in Bonn

Viele Bankenanalysten sind noch pessimistischer. Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter befürchtet sogar ein Minus von fünf Prozent und mehr.

So bedrückend sich die jüngsten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung lesen, so vermeldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden aber in Hinblick auf den Staatsetat zunächst positive Daten. So schloss Deutschland das Jahr 2008 mit einer Defizitquote von nur 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ab. Das liegt weit unter den Vorgaben, die der Vertrag von Maastricht setzt, denn dieser erlaubt ein maximales Defizit von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Neue Schulden bedrohen Stabilitätspakt

Allerdings: Schon im laufenden Jahr steigt das deutsche Staatsdefizit wieder. Wegen der Konjunkturpakete gegen die weltweite Wirtschaftskrise verdoppelt der Bund die Aufnahme frischer Kredite. Die Nettokreditaufnahme steigt um massive 18, 3 Milliarden Euro auf dann 36,8 Milliarden Euro.

Vertrag von Maastricht

Der Vertrag von Maastricht - ein Garant europäischer Stabilität

Trotzdem rechnet die Deutsche Bundesbank damit, dass auch 2009 das Defizit unter der von der Europäischen Union geforderten Drei-Prozent-Marke bleiben wird. Für 2010 sind die Experten jedoch skeptisch. Nach ihrer Einschätzung wird die Defizitquote dann auf 4,0 Prozent springen. Deutschland würde dann den EU-Stabilitätspakt ein weiteres Mal verletzen. Bereits in den Jahren 2002 bis 2005 war dies der Fall gewesen. (haz)

Die Redaktion empfiehlt