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Aktuell Deutschland

Deutschland muss sich langfristig auf hohe Flüchtlingszahlen einstellen

Immer mehr und immer längere Konflikte und Bürgerkriege treiben weltweit die Flüchtlingszahlen in die Höhe. Auch Deutschland kann sich dem nicht verschließen.

Deutschland muss nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière noch lange mit hohen Flüchtlingszahlen rechnen. Es gebe derzeit weltweit 50 Millionen Flüchtlinge, mehr als jemals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sagte de Maizière dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". "Auch wir in Deutschland werden nicht nur einmal hohe Zahlen haben, die danach rasch wieder zurückgehen. Wir müssen uns auf Jahre hinaus auf hohe Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen einstellen."

Es sei "völlig falsch, das zu tabuisieren oder umgekehrt so zu tun, als wäre die hohe Flüchtlingszahl kein Problem", sagte der CDU-Politiker. Natürlich sei es ein Problem, wenn in einer ländlichen Gemeinde plötzlich tausend Asylbewerber in einer früheren Kaserne lebten. "Wer da kritische Fragen stellt, ist nicht gleich ein Rechtsextremist", betonte der Minister.

Flüchtlingshilfe Teil deutscher Verantwortung

De Maizière warf den Grünen vor, mit ihrem Widerstand gegen die jüngste Verschärfung des Asylrechts, besonders gegen Zuwanderer aus den West-Balkanstaaten, generell die Aufnahmebereitschaft in Deutschland für Flüchtlinge zu gefährden. "Eine schlechte Behandlung der Roma in manchen Balkanstaaten ist eben keine politische Verfolgung", sagte der Innenminister. Das sei für die Betroffenen hart, "aber diese Unterscheidung ist nötig".

Für Deutschland sei es "Teil unserer weltweiten Verantwortung und unserer Pflicht als Menschen", Kriegsflüchtlingen und Verfolgten Zuflucht zu geben. Gleichwohl könne die Bundesrepublik nicht alle Probleme der Welt lösen.

gmf/se (afp, dpa, epd, kna)