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Kultur

Deutschland ist Weltmeister

Das Wintermärchen ist geschrieben: Deutschland hat das Finale gegen Polen verdient mit 29:24 (17:13) gewonnen.

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Die Könige von Deutschland

Mit einer über 50 Minuten überzeugenden Leistung ist Deutschland Handballweltmeister geworden. Gegen Polen gab es im Finale vor 19.000 Zuschauern in Köln ein 29:24 (17:13) gegen das Überraschungsteam aus Polen, gegen das die deutsche Mannschaft in der Vorrunde die einzige Niederlage des Turniers hinnehmen musste.

Fritz - die tragische Figur

Dass es im Finale nicht so kam, lag zunächst am überragenden Mann im deutschen Team, Torhüter Henning Fritz. Ob im Springen, im Fallen oder im Liegen - mit einer Weltklasse-Leistung legte er ersten Halbzeit die Grundlage für eine scheinbar komfortable Pausenführung.

Deutschland Handball-Weltmeister

Fritz am Boden

Fünf Minuten nach der Halbzeit wurde es plötzlich still in der ansonsten tobenden Halle: Fritz, der bis zu diesem Zeitpunkt elf schwere Bälle parierte, knickte in der 35. Minute um und musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Spielfeld - der Wegbereiter des deutschen Erfolges schien zur tragischen Figur zu werden. Die letzten 25 Minuten erlebte der gebürtige Magdeburger mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf der Auswechselbank oder auf einem Bein stehend an der Seitenlinie. "Die letzten 20 Minuten kamen mir vor wie ein Jahr. Das war absoluter Horror", sagte Fritz. Mit dickem Verband und auf einem Bein stehend brüllte und feuerte er seinen Torhüterkollegen und Freund Johannes Bitter an - mit Erfolg. Nach einer Schwächeperiode um die 45. Minute, in der die Polen zwischenzeitlich ausgleichen konnten, hielt Bitter sein Team mit einer ganzen Reihe von Paraden im Spiel, so dass sich Deutschland fünf Minuten vor Spielende entscheidend absetzen konnte.

Handball-Weltmeisterschaft - Großbild

Schlüssel zum Erfolg: Die deutsche Abwehr

Dirigent an Krücken

Nach dem Abpfiff Fritz dirigierte mit zwei Krücken in der Hand und einer goldenen Pappkrone auf dem Kopf die gewaltige "La Ola", die neuen Handball-Helden tanzten mit angeklebten Heiner-Brand-Bärten durch die tobende Kölnarena. Nicht nur der Bundestrainer musste vor dem großen Jubelsturm erstmal durchatmen: Als Handballer überhaupt gewann Trainer Heiner Brand 29 Jahre nach dem "Wunder von Kopenhagen" als Spieler nun auch als Trainer die WM-Trophäe. "Mir fehlen die Worte, ich weiß nicht. Ich kann' s noch gar nicht fassen. Ich habe vor drei Wochen nicht für möglich gehalten, dass so etwas passieren kann. Es wird dauern, bis ich das kapiere", meinte Brand, der noch Minuten nach dem Ende um Fassung rang. Seinen Spielern ging es nicht anders. "Vor zwei Wochen war ich noch im Urlaub. Dann hat Heiner mir doch noch das Vertrauen geschenkt. Und jetzt? Weltmeister im eigenen Land - etwas Größeres gibt es nicht! Absoluter Wahnsinn, was die Mannschaft geleistet hat. Jetzt herrscht totale Freude", meinte Kreisläufer Christian Schwarzer.

Deutschland wird Handballweltmeister

Brand feiert mit Schwarzer

Unter den Zuschauern, die sich schon Stunden vor dem Anpfiff in der Halle warm gesungen hatten, waren auch Bundespräsident Horst Köhler und sein polnischer Kollege Lech Kazcyinski. "Die deutsche Mannschaft hat eine fantastische Leistung in diesem Turnier gezeigt. Ich freue mich besonders, für meinen Kollegen Heiner Brand, der über viele Jahre erfolgreiche und kontinuierliche Arbeit geleistet hat", freute sich Fußball-Bundestrainer Jogi Löw, der einer der ersten Gratulanten war.

Deutschland - Polen 29:24 (17:13)

Deutschland: Jansen (8/1), Hens (6), Kraus (4), Kehrmann (4), Zeitz (3), Glandorf (2), Klimovets (1), Schwarzer (1), Fritz, Bitter, Kaufmann, Roggisch, Klein, Baur.

Polen: Tkaczyk (5), Jurasik (5), Bielecki (3), Bartosz Jurecki (2), Tluczynski (2/2), Jachlewski (1), Siodmiak (1), Michal Jurecki (1), Krzysztof Lijewski (1), Wleklak (1), Kuptel (1), Marcin Lijewski (1), Szmal, Weiner.

Schiedsrichter: Bord/Buy (Frankreich).

Zeitstrafen: 1:3.

Siebenmeter: 0/1:2/2.

Zuschauer: 19.000 in Köln

(ausverkauft).

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