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Deutschland

Deutschland ist ein Zuwanderungsland

Fast ein Fünftel aller Menschen in Deutschland haben einen so genannten Migrationshintergrund, wie der Mikrozensus von 2005 ergeben hat. Zudem bröckeln die klassischen Familienstrukturen.

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Menschen mit Migrationshintergrund machen in Deutschland ein Fünftel der Bevölkerung aus

Insgesamt 15,3 Millionen Einwohner oder 19 Prozent der Bevölkerung sind auf die eine oder andere Weise ausländischer Herkunft. Das teilte am Dienstag das Statistische Bundesamt in Berlin mit. "Deutschland ist ein Zuwanderungsland", sagte der Präsident des Amtes, Johann Hahlen. Ohne diesen "beachtlichen" Anteil an der Bevölkerung wäre deren Alterungsprozess noch ausgeprägter.

Johann Hahlen, Bundeswahlleiter

Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamts

Die Erkenntnisse des Mikrozensus' 2005 beziehen sich erst auf die Jahre ab 1950, rechnen also die Flüchtlingsströme der Nachkriegszeit nicht mit ein. Er unterscheidet Menschen mit Migrationshintergrund danach, ob sie über eigene Migrationserfahrung verfügen. Die größte Gruppe der Personen mit einem solchen Hintergrund sind die zugewanderten Ausländer mit 5,6 Millionen, gefolgt von den drei Millionen Eingebürgerten. Die drittgrößte Gruppe sind die Spätaussiedler mit 1,8 Millionen.

Keine eigene Migrationserfahrung

Unter den Menschen mit Migrationshintergrund aber ohne eigene Migrationserfahrung stellen die 2,7 Millionen Deutschen die größte Gruppe. Dabei handelt es sich um Kinder von Eingebürgerten, Spätaussiedlern oder von Ausländern. Deutlich wird Hahlen zufolge aus den Zahlen auch, dass künftig immer weniger aus eigenem Erleben wissen, wie es ist, in einem anderen Land Fuß zu fassen.

Dazu kommt laut der Erhebung, dass die klassischen Familienstrukturen weiter bröckeln. Weniger Ehen mit Kindern, mehr kinderlose Paare und Singles sind die Folge. Die Zahl der Familien mit Kindern unter 18 Jahren sank seit 1996 um 528.000 auf 8,9 Millionen. Auch die Familienformen wandeln sich: Von den 12,6 Millionen Familien mit minder- oder volljährigen Kindern waren 2005 nur noch 73 Prozent Ehepaare, 21 Prozent Alleinerziehende und 6 Prozent Lebensgemeinschaften ohne Trauschein.

Trend zur Ein-Kind-Familie

Familie in Deutschland

Familien mit Kindern werden in Deutschland immer seltener

"Seit 1996 ist die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften um 34 Prozent auf 2,4 Millionen gestiegen", sagte Hahlen. 1996 machten die Ehepaare noch 79 Prozent aus. In Ostdeutschland ging der Anteil der Ehepaare sogar von 72 auf 62 Prozent zurück. Insgesamt bestehe im Osten ein Trend zur Ein-Kind-Familie, sagte Hahlen. Erstmals seit Jahren stieg die Zahl der Familien in Westdeutschland zwar leicht an, nämlich um ein Prozent gegenüber 2004. Als kinderlose Paare lebten aber 28 Prozent der Bevölkerung, sagte Hahlen. Rund 30 Prozent der Frauen mit Universitätsabschluss blieben kinderlos. Zur Verbesserung der Datenlage forderte Hahlen, dass sich Deutschland an der für 2011 geplanten europaweiten Volkszählung beteiligt. Für den Mikrozensus (Kleine Volkszählung) werden jährlich rund 390.000 Haushalte mit rund 830.000 Menschen befragt. (fb)

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