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Confed Cup

Deutschland im Halbfinale des Confed Cup

Eigentlich passte Bundestrainer Joachim Löw der Confed Cup in Russland nicht in den Kram - jetzt ist er dabei, ihn erstmals zu gewinnen. Der DFB-Perspektivkader siegt gegen Kamerun und beschert Löw ein Jubiläum.

Die deutsche Perspektiv-Nationalmannschaft hat durch ein 3:1 (0:0) gegen Kamerun das Halbfinale des Confed Cup in Russland erreicht. Vor 25.000 Zuschauern in Sotschi erzielten Kerem Demirbay (48. Minute) und zweimal Timo Werner (66./81.) die Treffer für das DFB-Team. Vincent Aboubacar sorgte zwischenzeitlich für den Anschlusstreffer (79.) Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft Deutschland nun im Halbfinale am Donnerstag (20:00 Uhr MESZ im DW-Liveticker) wiederum in Sotschi auf Mexiko. Das andere Semifinale bestreiten am Mittwoch in Kasan Chile und Portugal. "Wir können jetzt hier bleiben und müssen zum nächsten Spiel nicht reisen. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil", freute sich Kapitän Julian Draxler im ZDF.

Bundestrainer Joachim Löw, der mit dem Erfolg gegen Kamerun den 100. Sieg als Bundestrainer feierte, hatte die Startelf gegenüber dem kräftezehrenden 1:1 gegen Chile gleich auf vier Positionen verändert. Timo Werner kam im Sturm zum Einsatz, Antonio Rüdiger rückte in die Abwehr, Demirbay ins offensive Mittelfeld und Marvin Plattenhardt sollte die linke Außenbahn beackern. Die Umstellungen merkte man dem DFB-Team zu Beginn des Spiels an: Viele Fehler schlichen sich ein, die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen klappte viel zu selten und Torszenen resultierten, wenn überhaupt, aus Weitschüssen von Emre Can und Sebastian Rudy.

Lediglich ein Kopfball von Joshua Kimmich, den der Bayern-Spieler eigentlich hätte verwandeln müssen, verdiente das Prädikat Großchance. "Am Anfang hatten wir Schwierigkeiten, ins eigenen Spiel zu finden," bestätigte Plattenhardt nach der Begegnung, "aber wir haben das in der Halbzeit angesprochen und in der zweiten Halbzeit dann Vollgas nach vorne gespielt."  

Schwache erste Halbzeit, peinlicher Auftritt des Video-Schiris

Russland FIFA Confederations Cup - Deutschland vs. Kamerun (Reuters/C. Recine)

Werner zum Ersten: Abwehrmann Matthias Ginter tätschelt den Torschützen

In der Tat schien Weltmeister-Trainer Löw in der Pause die richtige Ansprache gefunden zu haben, denn nur gut zwei Minuten nach Wiederanpfiff fiel das 1:0. Draxler legte den Ball mit der Hacke kurz auf Demirbay ab, der noch drei, vier Schritte zentral auf den Strafraum zulief und dann gekonnt aus 18 Metern in den rechten oberen Torwinkel abschloss. Es war der erste Treffer des Deutsch-Türken in seinem zweiten Länderspiel.

Nun musste der Afrikameister aufmachen, denn nur ein Sieg mit zwei Toren Unterschied hätte für ihn das Weiterkommen ermöglicht. Aber in der 65. Minute zerstörte der Videoassistent Kameruns letzte Hoffnungen. Nach einem Foul von Ernest Mabouka im Mittelfeld zeigte Schiedsrichter Wilmar Roldan aus Kolumbien zunächst fälschlicherweise Sebastien Siani die Gelbe Karte. Dann jedoch schaltete sich der portugiesische Videoassistent ein und empfahl offenbar einen Platzverweis. Der verdutzte und unbeteiligte Siani verließ unter Protest das Feld, Roldan konsultierte noch einmal den Bildschirm, um dann Mabouka in die Kabine zu schicken. Ein peinlicher Auftritt des Schiedsrichterteams und darüber hinaus eine in jeder Hinsicht zweifelhafte und möglicherweise zu harte Entscheidung.

Der doppelte Werner

Offenbar noch geschockt durch diesem Zwischenfall musste Kamerun nur eine Minute später das 0:2 hinnehmen. Süle schlug einen langen Ball auf den auf Rechtsaußen wartenden Kimmich, dessen Flanke Werner per Flugkopfball ins lange Eck verwandelte. Auch für Werner war es seine Torpremiere im DFB-Trikot.

Aber ein später Fehler des deutschen Torwarts Marc-Andre ter Stegen machte die Partie noch einmal spannend. Bei einer Flanke blieb der Barca-Profi wie angewurzelt auf der Linie stehen, machte sich klein und ließ den Kopfball von Aboubakar über die Finger ins Tor rollen (79.).

Russland FIFA Confederations Cup - Deutschland vs. Kamerun (picture-alliance/AP Photo/S. Grits)

Artistisches Tor: Timo Werner erzielt das 3:1 per Flugkopfball

Fast im Gegenzug stellte Werner nach Vorlage des kurz zuvor eingewechselten Benjamin Henrichs den alten Abstand wieder her (81.). Einige Torgelegenheiten in einem jetzt munteren Spiel ließen die DFB-Kicker noch liegen, es gab aber keinen Zweifel am verdienten Weiterkommen.

"Hochachtung und Respekt vor der jungen Mannschaft. Dass wir das Halbfinale erreicht haben, ist etwas Außergewöhnliches", lobte Löw, der sich über den 100. Sieg ganz besonders freute: "Normalerweise sind Statistiken nebensächlich, aber 100 Siege sind schon schön. Das spricht auch für eine lange Zeit und schöne Momente." Gleichzeitig legte sich Löw auf Ter Stegen als Nummer eins im Tor fest: "Wir werden die beiden Spiele mit Marc machen", sagte Löw im ZDF-Interview. Neben ter Stegen vom FC Barcelona hatte Löw auch Bernd Leno von Bayer Leverkusen und Kevin Trapp von Paris St. Germain für die Mini-WM in Russland nominiert. "Beide anderen Torhüter sind auch sehr, sehr gut", sagte Löw: "Jetzt musste man eine Entscheidung fällen für dieses Turnier. Das haben wir gemacht."

Remis zwischen Chile und Australien

Im Parallelspiel in Moskau trennten sich Chile und Australien 1:1 (0:1). James Troisi brachte Australien überraschen in der 42. Minute in Führung, Martin Rodriguez gelang in der 68. Minute der Ausgleich für den Südamerika-Meister.

In Tabelle kam Deutschland mit sieben Punkten auf Rang eins, Chile wurde mit fünf Punkten zweiter. Ausgeschieden sind Australien (2) und Kamerun (1).

Hier können Sie die Höhepunkte der Partie noch einmal nachlesen:

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