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Aktuell Amerika

Deutschland hilft Kolumbien bei Vergangenheitsbewältigung

Wenn in Kolumbien die Gespräche zwischen Regierung und Farc-Guerilla irgendwann zu Ende sind und Frieden herrscht, braucht das Land Hilfe bei der Vergangenheitsbewältigung. Dabei könnte Deutschland eine Rolle spielen.

Deutschland will Kolumbien bei den Bemühungen helfen, einen Schlussstrich unter den mehr als ein halbe Jahrhundert dauernden Guerillakrieg zu ziehen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bot bei einem Besuch in der Hafenstadt Cartagena deutsche Hilfe bei der Aufarbeitung der Vergangenheit an. Deutschland habe damit aus den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der Mauer viel Erfahrung. "Ich wünsche mir, dass 2015 für Kolumbien ein Jahr des Friedens wird."

Großes Wachstumspotenzial

Das 48-Millionen-Einwohner-Land Kolumbien leidet seit langem unter einem Konflikt mit der linksgerichteten Farc-Guerilla, ebenso wie unter dem Drogenhandel. Falls die vor zwei Jahren aufgenommenen Friedensgespräche zwischen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos und der Farc-Guerilla zum Erfolg führen sollten, wird dem viertgrößten Land Südamerikas großes Wachstumspotenzial zugesprochen. Deutschland hatte bereits finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die kolumbianische Außenministerin Maria Holguin (Artikelbild, mit Steinmeier) sagte, Deutschland habe bei der Vergangenheitsbewältigung viel Erfahrung. "Die Wahrheit ist für Opfer viel wichtiger als vieles Andere." Zugleich verwies sie darauf, dass die Bundesrepublik für ihr Land wichtigster Handelspartner in Europa ist.

Mehr als 220.000 Tote

Die kolumbianische Regierung und die Farc-Rebellen verhandeln über einen Friedensvertrag zur Beendigung des über fünf Jahrzehnte währenden Krieges. Der Konflikt zwischen Guerillagruppen, Armee und rechtsextremen Paramilitärs entzündete sich in der 1960er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit. Mehr als 220.000 Menschen wurden während des Krieges getötet, knapp sechs Millionen aus ihren Dörfern vertrieben.

pg/SC (dpa, epd)