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Geberkonferenz in Oslo

Deutschland gibt 120 Millionen für die Tschadregion

Bei einer Geberkonferenz in Oslo sind Hilfen in Höhe von insgesamt 634 Millionen Euro zusammengekommen. Mit dem Geld sollen die notleidenden Menschen am Tschadsee in den kommenden Jahren versorgt werden.

Norwegen Oslo-Konferenz (Reuters/H. M. Larsen)

Gruppenbild in Oslo

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei einer Geberkonferenz in Oslo 120 Millionen Euro Hilfe für Menschen in der Region rund um den Tschadsee in Afrika zugesagt. Die Konferenz solle die "humanitäre Krise" in der Region beenden, sagte Gabriel. "Die Menschen brauchen unsere Hilfe - und sie brauchen sie jetzt." An den Tschadsee grenzen außer dem Tschad die Staaten Kamerun, Nigeria und Niger. Die Zahl der Hilfsbedürftigen wurde vom norwegischen Außenminister Börge Brende auf mehr als elf Millionen geschätzt.

Norwegen will über drei Jahre hinweg 1,6 Milliarden norwegische Kronen (180 Millionen Euro) bereitstellen. Brende betonte, die Mittel würden nicht nur zur Soforthilfe benötigt. Sie sollten auch langfristig Sicherheit, Stabilität und Ausbildung sichern.

"Eine Wurzel von Boko Haram ist die Armut"

Rund um den Binnensee habe der Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram oberste Priorität, sagte Natalie Roberts von Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation sieht die medizinische Lage in der Region als "die schlimmste weltweit" an. Einige Regionen seien nur mit dem Hubschrauber zu erreichen.

Norwegen Oslo Sigmar Gabriel (picture-alliance/AP Photo/H. M. Larsen)

"Die Menschen brauchen unsere Hilfe jetzt": Außenminister Sigmar Gabriel

"Wenn wir uns mit dem Problem Boko Haram befassen, sollten wir auch über das darunterliegende Problem nachdenken - die Armut", sagte Ahmed Shehu, ein Vertreter der Zivilgesellschaft aus Nordost-Nigeria. Auch ein zweiter Aspekt werde unterschätzt, der Klimawandel. Der Tschadsee sei innerhalb weniger Jahrzehnte zu 90 Prozent ausgetrocknet.

Die Geberkonferenz in Oslo wird von Norwegen, Deutschland, Nigeria und den Vereinten Nationen getragen. Bislang haben 14 Länder zugesagt, über den Zeitraum von drei Jahren insgesamt 634 Millionen Euro bereitstellen zu wollen. Die USA wollten zu einem späteren Zeitpunkt über ihren Beitrag informieren und seien deshalb zunächst nicht dabei, sagte Norwegens Außenminister Börge Brende.

Von den zugesagten 634 Millionen Euro sind für das Jahr 2017 gut 430 Millionen Euro gedacht. Eigentlich war das Ziel, bei der Konferenz 1,4 Milliarden Euro an Hilfsgeldern für das laufende Jahr zu sammeln. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien zeigte sich dennoch optimistisch, das angestrebte Ziel für dieses Jahr noch zu erreichen.

Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias seit Jahren für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaates. Inzwischen ist die Miliz auch in den Nachbarländern Niger, Tschad und Kamerun aktiv. Seit 2009 wurden durch Kämpfe und Terror mindestens 14.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen in die Flucht getrieben.

jj/mak (dpa, afp, epd)

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