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Sport

Deutschland gegen Polen - Ruhe vor dem Sturm in Klagenfurt

Das EM-Spiel zwischen Deutschland und Polen in Klagenfurt gilt unter Sicherheitssaspekten als heikel, Krawalle werden befürchtet. 150.000 Fans werden erwartet. 2500 Polizisten sollen für Ruhe sorgen.

Polizei führt Hooligan in Klagenfurt ab (Quelle: AP)

Schon vor dem Spiel wurden die ersten Krawallmacher verhaftet.

"Dieses Spiel ist eine besondere Herausforderung und entscheidend für den weiteren Lauf der Europameisterschaft", meint Wolfgang Rauchegger, Landespolizeikommandant von Kärnten, zur EM-Partie zwischen Deutschland und Polen an diesem Sonntag in Klagenfurt.

Public Viewing in Klagenfurt (Quelle: DW/Arnulf Boettcher)

Die Fanmeile in Klagenfurt war zum Auftakt der EM gut besucht

Das Spiel gilt unter Sicherheitsaspekten als Testlauf für die ganze EM. Rauchegger fürchtet aber weniger Krawalle rund um das Wörtherseestadion, sondern vielmehr Ausschreitungen in der Innenstadt, wenn Fans aus beiden Ländern in der Kleinstadt mit 92.000 Einwohnern aufeinandertreffen. "Wir rechnen insgesamt mit zwischen 70.000 und 150.000 Fans in Klagenfurt. Die genaue Zahl kann das niemand sagen."

Hochsicherheitsstadt Klagenfurt

Denn Kärnten ist sehr leicht erreichbar. Viele Fans werden mit ihren Autos oder in Bussen anreisen. Klagenfurt genießt daher an diesem Sonntag den Status als "Hochsicherheitsstadt". Mehrere tausend österreichische Polizisten sind im Einsatz, und sie werden von deutschen Hundertschaften unterstützt.

Das Klagenfurter Wappentier ist hinter Glas geschützt (Quelle: DW/Arnulf Boettcher)

Schutz vor Fanattacken. Das Wappentier von Klagenfurt hinter Glas

Vor Ort sind auch szenekundige Beamte. Nach den Worten Raucheggers sollen gewaltbereite Fans schon vorher abgefangen werden. Dazu laufen ensprechende Kooperationen mit Deutschland und Polen. Und sollten Hooligans dennoch in Kärnten oder der Host-City auftauchen, "werden wir hier entsprechende Maßnahmen auch polizeilicher Art setzen", so der Sicherheitsexperte.

Erste Festnahmen am Samstag

Wie etwa nach ersten Zusammenstößen am Samstagabend auf der Fanmeile. Die Polizei nahm nach Rangeleien zwischen zwei Fangruppen von je etwa 100 Menschen sieben Deutsche fest. Eher ruhig blieb es dagegen dank starker Kontrollen beim zentralen Public Viewing auf dem Neuen Platz. Nicht wenige Geschäftsinhaber und Restaurantbesitzer stehen dem Treiben natürlich mit großer Skepsis gegenüber, wollten ursprünglich gar ihre Schaufenster verbarrikadieren. Doch nur der steinerne Lindwurm, das Wappentier Klagenfurts, wurde auf dem Neuen Platz hinter Glas versteckt. Viele Klagenfurter sehen die Situation inzwischen eher gelassen und demonstrieren Furchtlosigkeit, wie die Inhaberin eines Tabakgeschäftes: "Ich habe keine Angst. Ich glaube nicht, dass es extreme Ausschreitungen geben wird. Das ist Panikmache."

Leere Bierbänke in der Klagenfurter Fanmeile (Quelle: DW/Arnulf Boettcher)

Noch gibt es freie Plätze in der Klagenfurter Fanmeile

Heftige Regenschauer trübten am Samstag das Geschäft zahlreicher Gastronomiebetriebe, und nicht wenige Bierlokale blieben ohne Kundschaft. Doch die Hoffnungen sind unverändert groß, wie Bierwirt Hans Schaaf erläutert: "Natürlich setze ich voll auf die drei Spiele in Klagenfurt. Bisher war es relativ ruhig, aber wenn dann die Deutschen hier sind, dann wird es schon rund gehen."