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Fußball

Deutschland gegen Japan Favorit

Jetzt geht sie so richtig los, die Frauenfußball-Weltmeisterschaft - mit den K.o.-Spielen. Deutschland geht selbstbewusst, aber nicht überheblich in die Viertelfinalpartie gegen Japan.

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Es war ein - wohl unfreiwilliger - Wortwitz: "Das kann eine Partie auf Augenhöhe werden", meint Innenverteidigerin Saskia Bartusiak vor dem Viertelfinalspiel gegen Japan am Samstag (20:45 Uhr MESZ) in Wolfsburg. Dabei sind die "Nadeshikos" (Prachtnelken), wie sie in der Heimat genannt werden, allesamt kleiner als die deutschen Spielerinnen. Ayumi Kaihori beispielsweise ist mit 1,70 Meter die kleinste Torhüterin des Turniers. Im metaphorischem Sinne hat Bartusiak aber natürlich Recht: "Man sollte nicht glauben, dass die Japanerinnen nicht kopfballstark sind. Sie haben ein gutes Timing und eine gute Sprungkraft", so Bundestrainerin Siliva Neid.

"Insiderwissen"

Die Japanerin spielt in der Bundesliga für Duisburg und kennt die deutsche Spielweise bestens. Foto: Revierfoto

Bundesligakenner: Ando

Zudem könnten die Japanerinnen mit ihrer kompakten Defensive und ihrer Zweikampfstärke es dem deutschen Team sehr schwer machen. In den ersten beiden Gruppenspielen gegen Kanada (2:1) und Nigeria (1:0) wurde deutlich, dass die Deutschen es gar nicht mögen, wenn ihnen jemand eng auf den Füßen steht. Zudem spielen mit Kozue Ando (FC Duisburg ) und Yuki Nagasato (Turbine Potsdam) zwei Japanerinnen in der Bundesliga und könnten vom "Insiderwissen" profitieren. "Ich kenne die deutschen Spielerinnen ganz gut. Wir haben jede Kombination analysiert, wir können gewinnen", gibt sich Ando selbstbewusst. Coach Norio Sasaki will sich dabei auf die eigenen Stärken verlassen. "Wir wollen japanisch spielen, dann können wir auch gewinnen." Japan hat zwar als einziges asiatische Team bisher an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, doch übers Viertelfinale kam es bisher nie hinaus.

Bresonik wieder fit

Die Deutschen haben nach dem 4:2-Erfolg im letzten Gruppenspiel wieder ihr übliches Selbstvertrauen zurückgewonnen. "Wenn wir es so machen wie gegen Frankreich, dann wird es schwierig für die Japanerinnen", meint Linda Bresonik. Für die Verteidigerin ist ein Aus im Viertelfinale undenkbar. "Das kann ich mir jetzt im Moment gar nicht vorstellen", so Bresonik, die nach einer Magen-Darm-Verstimmung wieder in die Startelf zurückkehren wird. Torhüterin Nadine Angerer warnt jedoch ihr Team vor Überheblichkeit. "Wir dürfen nicht leichtsinnig werden und glauben, es geht alles locker von der Hand. Wir müssen dranbleiben."

Erneut ohne Prinz

Lob und Respekt für ihre Offenheit bei der Pressekonferenz: Spielführerin Birgit Prinz. Foto: Axel Heimken/dapd

Hat viel Lob und Respekt für ihre Offenheit bei der Pressekonferenz bekommen: Birgit Prinz

Auch Fatmire Bajramaj meint: "Japan wird auf jeden Fall noch stärker als Frankreich." Ob die Mittelfeldspielerin in der Startelf stehen wird, ist noch offen, da Melanie Behringer nach einer Bänderdehnung wieder einsatzbereit ist. Bajramaj ist ebenso wie drei andere Spielerinnen mit einer gelben Karte vorbelastet. Doch das Trainerteam will keine Rücksicht auf die Verwarnungn nehmen und sie auf der Bank lassen. "Da werden wir nicht taktieren", sagte dazu die Co-Trainerin Ulrike Ballweg. Von Vorteil könnte sein, dass Birgit Prinz nicht mehr das allbestimmende Thema in der Presse und damit auch keine größere Belastung mehr für das Team ist. Die Spielführerin und deutsche Rekordnationalspielerin hat am Donnerstag (07.07.2011) öffentlich zugegeben, dass sie derzeit nicht in bester Form ist und daher zu Recht gegen Frankreich auf der Reservebank gesessen habe. Auch gegen Japan wird sie wohl nicht in der Startelf stehen.

Olympia-Qualifikation

Möglicherweise kann sich die DFB-Elf mit einem Sieg im Viertelfinale auch gleich für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifzieren. Neben Gastgeber England, der automatisch dabei ist, gibt es noch zwei weitere Plätze für europäische Teams. Derzeit sind mit Frankreich, Schweden und Deutschland noch drei Mannschaften aus Europa bei der WM vertreten. Wenn also Deutschland gewinnen sollte, gleichzeit aber Frankreich oder Schweden ausscheidet, hat Deutschland das Ticket sicher.

Europa-Duell

Prüfender Blick: Hope Powell beim Training (AP Photo/Frank Augstein)

Prüfender Blick: Hope Powell

Knapp drei Stunden bevor Deutschland auf Japan trifft, wird bereits der erste Halbfinalist ermittelt. Dabei spielt England gegen Frankreich (18 Uhr MESZ). Der Vize-Europameister von 2009 hat bisher noch nie gegen die Französinnen gewinnen können. Nach zwei Niederlagen und drei Unentschieden will die Mannschaft von Hope Powell daran etwas ändern. "Wir haben Tore geschossen, wir sind Gruppensieger geworden - das kann unser Selbstvertrauen nur stärken", so die Nationaltrainerin. "Wir sind im Viertelfinale und was immer uns erwartet, wir werden damit umgehen können." England war gegen Mexiko (1:1) und Neuseeland (2:1) schwach ins Turnier gestartet. Erst im letzten Gruppenspiel gegen Japan (2:0) konnten die Engländerinnen überzeugen.

Torhüterin rotgesperrt

Die "Les Bleus" hingegen haben mit dem 1:0-Sieg gegen Nigeria und dem 4:0-Erfolg gegen Kanada in den ersten beiden Partien positiv überrascht. Da gegen Deutschland der Einzug ins Viertelfinale schon feststand, blieb die 2:4-Niederlage ohne Nachwirkungen. "Wir werden unser Bestes geben", verspricht Abwehrspielerin Laura Georges. "Aber England ist in allen Bereichen stark. Dem französischem Team wird die Torfrau Berangere Sapowicz fehlen, die gegen Deutschland wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte.

Am Sonntag (10.07.2011) trifft in den beiden weiteren Viertelfinalpartien noch Schweden auf Australien sowie Brasilien auf die USA. In dieser Partie wird einer der großen Favoriten vorzeitig rausfliegen.

Autorin: Sarah Faupel
Redaktion: Arnulf Boettcher

Hinweis:
DW-Radio berichtet am Samstag (09.07.2011) ab 20:45 Uhr MESZ live von der Partie Deutschland - Japan

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