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Deutschland

Deutschland feiert Tag der Wiedervereinigung

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen haben die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit stattgefunden. Parallel zum zentralen Festakt in Saarbrücken versammelten sich auch Tausende in Berlin - mit dabei auch zwei Riesen.

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Papier, Bundespräsident Köhler, Bundestagspräsident Lammert, Kanzlerin Merkel und der Ministerpräsident von Saarland, Müller (von links) for der Ludwigskirche in Saarbrücken (Foto: AP)

Festakt in Saarbrücken

An der zentralen Veranstaltung zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit haben am Samstag (03.10.2009) in Saarbrücken unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel und der saarländische Ministerpräsident Peter Müller teilgenommen.

Merkel rief die Deutschen angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu einem starken Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein auf. "Wir müssen alte Streitigkeiten hinter uns lassen", sagte die Kanzlerin beim Festakt. Die Einheit, die durch den Mut Tausender Deutscher möglich geworden sei, habe gezeigt, welche Kraft in dem Volk stecke.

Einheit feiern und "Europa leben"

Kameras auf dem Berliner Reichstag vor deutscher Flagge (Foto: AP)

Bedrohen El-Kaida-Terroristen die Einheitsfeiern?

In der Saarbrücker Innenstadt wurde der Tag der Deutschen Einheit mit einem Bürgerfest gefeiert. Unter dem Motto "Europa leben" waren neben den 16 Bundesländern auch die angrenzenden Nachbarländer Luxemburg und Frankreich mit dabei. Zu Beginn der Feierlichkeiten, an denen im Tagesverlauf mehrere Hunderttausend Menschen teilnahmen, stand ein ökumenischer Fernsehgottesdienst in der spätbarocken Ludwigskirche auf dem Programm. Vertreter der beiden großen Kirchen würdigten den Mauerfall vor 20 Jahren als Zeichen für die Macht der Gewaltlosigkeit.

Die Einheitsfeier findet jedes Jahr traditionell in der Hauptstadt des Bundeslandes statt, dessen Ministerpräsident gerade den Vorsitz im Bundesrat innehat. Bis zum 31. Oktober ist das der saarländische Regierungschef Peter Müller (CDU).

Erhöhte Alarmbereitschaft

In Saarbrücken waren die Sicherheitsbehörden ebenso wie bei den parallel stattfindenden Einheitsfeiern in Berlin in erhöhter Alarmbereitschaft. Grund sind die jüngsten Terrordrohungen des islamistischen Terrornetzwerks El Kaida gegen Deutschland.

Die saarländischen Polizeikräfte wurden von Beamten aus Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern sowie von der Bundespolizei unterstützt. Außerdem waren Spezialeinheiten im Einsatz.

"Für den 3. Oktober werden aufgrund der veränderten Sicherheitslage mehr Sicherheitskräfte vor Ort sein", hatte der Berliner Innensenator Ehrhart Körting im Vorfeld angekündigt. In der Hauptstadt gab es die traditionelle Festmeile auf der Straße des 17. Juni und am Brandenburger Tor. Sie musste zwischenzeitlich wegen Überfüllung geschlossen werden.

Berlin feierte Riesen-groß

Der Große Riese 'geht' am Reichstag in Berlin entlang (Foto: dpa)

Ein Riese vor dem Reichstag

Vor dem Berliner Rathaus hatte bereits am Freitag die dreitägige Open-Air-Aufführung "Die Riesen" zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Zunächst erweckte die französische Compagnie Royal de Luxe für das Spektakel "Das Wiedersehen von Berlin" die kleinere von zwei gigantischen, aus Stahl, Holz und Schrott zusammengebauten Marionetten zum Leben. Am Samstag wurde dann ein zweiter, mit einem Taucheranzug bekleideter Riese aus dem Wasser am Humboldthafen gezogen. Tausende Menschen begleiteten die beiden riesigen Marionetten anschließend durch Berlin.

'Riesen'-Marionette in Berlin (Foto: AP)

Die "Riesen"-Marionette ist 7,5 Meter hoch

Der 15 Meter hohe Große Riese und die Kleine Riesin mit siebeneinhalb Meter Höhe trafen sich am Samstagnachmittag - aus Ost und West kommend - am Brandenburger Tor und fielen sich in die Arme. Damit wurde symbolisch an den Fall der Mauer vor 20 Jahren erinnert. Zehntausende bejubelten das Theater-Spektakel. Die 200 an der Aufführung beteiligten Künstler bewegten die Figuren mit Hilfe von Seilzügen so geschickt, dass die Riesen fast lebensecht wirkten.


Autor: Thomas Grimmer / Ursula Kissel (dpa, ap, epd)
Redaktion: Martin Schrader

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