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Fußball

Deutschland fährt zur WM 2010

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Ticket für die WM 2010 in Südafrika gelöst. Nach dem 1:0-Sieg in Moskau gegen Russland ist der deutschen Elf der erste Platz in der Qualifikationsgruppe vier nicht mehr zu nehmen.

Klose befördert den Ball ins Netz und öffnet die Tür nach Südafrika. (Foto: AP Photo/Ivan Sekretarev)

Klose befördert den Ball ins Netz und öffnet die Tür zur WM

Özil (l.) feiert mit Klose den entscheidenden Treffer. (Foto: AP Photo/Ivan Sekretarev)

Özil (l.) feiert mit Klose den entscheidenden Treffer

Das Ziel ist erreicht. Die deutsche Elf ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im kommenden Jahr mit dabei. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw bezwang Russland in Moskau mit 1:0 und kann damit nicht mehr von der Spitzenposition in der Qualifikationsgruppe vier verdrängt werden. Deutschland bestand die Kraftprobe dank einer taktischen Meisterleistung und Torschütze Miroslav Klose. Aber alles in allem kam das Resultat doch ein wenig glücklich, zustande zumal da Debütant Jerome Boateng 20 Minuten vor dem Ende mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde.

Klose und Adler als Matchwinner

Zum Erfolgsgaranten vor 75.000 Zuschauern im Luschniki-Park wurde neben Klose, dem in der 35. Minute der Siegtreffer gelang, auch Torhüter Rene Adler. Bayern-Stürmer Klose zeigte sich anschließend mit der Leistung der gesamten Mannschaft zufrieden: "Wir haben in Russland unter Druck gestanden, aber ich glaube wir sind auch heute wieder sehr gut damit umgegangen und haben ein klasse Spiel gemacht. Wir waren aggressiv, sind immer am Mann gewesen und haben die entscheidende Chance vorne genutzt." Der Leverkusener Keeper Adler verhinderte gegen stark drängende Russen in der zweiten Halbzeit gleich mehrfach den drohenden Ausgleich. Klar, dass es für Adler ein besonderer Tag war: "Ich war schon sehr gut eingestellt muss man sagen. Ich habe mich die Woche sehr gut konzentrieren können. Man hat gespürt, dass wir das Ding hier in Moskau einfach klar machen wollten, dass wir heute das Ticket für Südafrika buchen wollten." Dass es für ihn selbst so gut gelaufen sei, mache ihn unheimlich glücklich, meinte Adler und ergänzte: "Das war das emotionalste Spiel meiner Karriere."

Da kannte der Jubel keine Grenzen - Klose bei seinem Jubelsalto, (Foto: Achim Scheidemann dpa)

Da kannte der Jubel keine Grenzen - Klose bei seinem Jubelsalto

Russische Drangphase gemeistert

Dass die deutschen Spieler die russische Drangphase nach dem Wechsel heil überstanden, lag auch an der guten Leistung von Philipp Lahm. Der Außenverteidiger betonte: "Man weiß wie stark die Russen sein können und dann liegen sie 1:0 hinten. Sie können alles oder nichts spielen, das haben sie auch getan. Bringen dann noch mal zwei Stürmer rein und dann wird es immer gefährlich." Die Mannschaft habe aber sehr, sehr gut dagegen gehalten, freute sich Lahm. Hinten sicher stehen, im Mittelfeld die Ordnung behalten und nach vorne Nadelstiche setzen, im ersten Länderspiel auf Kunstrasen ging der Plan von Bundestrainer Joachim Löw voll auf. Die deutsche Elf agierte taktisch diszipliniert und ließ den Russen lange Zeit kaum Spielraum für ihr gefürchtetes Kurzpassspiel. Kapitän Michael Ballack war in seinem 96. Länderspiel Chef im Mittelfeld, obwohl er gegen Ende der ersten Halbzeit einen Schlag auf den Knöchel bekam und behandelt werden musste. Der Mittelfeldakteur sah seine Mannschaft als den verdienten Sieger: "Wir waren nervenstark, haben an uns geglaubt heute. Wir haben von Anfang an diszipliniert und trotzdem nach vorne gespielt." Man habe sich nicht hinten reingestellt und deshalb auch verdient das Ergebnis erzielt, das man wollte, resümierte Ballack. An seiner Seite deutete Mesut Özil einmal mehr sein enormes spielerisches Potenzial an. Als kämpferisches Vorbild sammelte Bastian Schweinsteiger Fleißpunkte und gab keinen Ball verloren.

Löws Konzept aufgegangen

Löw (l.) jubelt, Russlands Trainer Hiddink grantelt. (Foto: AP Photo/Sergey Ponomarev)

Löw (l.) jubelt, Russlands Trainer Hiddink grantelt

Löws mutige Entscheidung, Boateng als 31. Debütanten in seiner Amtszeit auf die rechte Abwehrseite und gegen den schnellen Igor Semschow zu stellen, erwies sich 68 Minuten lang als guter Griff, obwohl der Hamburger in der 69. Minute wegen wiederholten Foulspiels vom Platz flog. Nach dem Schlusspfiff sah sich der Bundestrainer bestätigt: "Ich war schon die ganze Woche davon überzeugt, dass die Mannschaft die Konzentration und die Konsequenz mitbringt, hier auf Sieg zu spielen. Wir haben der Mannschaft klar gemacht, dass wir hier die Hand am Ticket nach Südafrika haben und wir das selber entscheiden können, wenn wir hier gewinnen." Und das habe die Mannschaft klasse umgesetzt und auch gut gemacht, unterstrich Löw. Der Kunstrasen, über den im Vorfeld heftige Diskussionen ausgebrochen waren, fiel unterdessen nicht groß ins Gewicht, zumal es bei Temperaturen um fünf Grad Celsius trocken war. Nach der vorzeitig geschafften Qualifikation geht es im letzten Gruppenspiel am Mittwoch in Hamburg gegen Finnland für die deutsche Elf nur noch ums Prestige.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Wolfgang van Kann

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