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Wirtschaft

Deutschland exportiert wieder mehr

Die Geschäfte der deutschen Exporteure liefen im Februar wegen der guten Nachfrage aus Europa deutlich besser als erwartet. Doch Deutschlands Handelspartner schwächeln nach wie vor.

Die Ausfuhren stiegen um 1,3 Prozent im Vergleich zum Januar, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Sie legten damit fast dreimal so kräftig zu wie von Ökonomen vorhergesagt. Zuvor waren die Exporte zwei Monate in Folge gesunken: Im Januar um 0,6 Prozent, im Dezember um 1,3 Prozent.

Insgesamt verkauften die Unternehmen diesmal Waren im Wert von 99,5 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind 4,1 Prozent mehr als im Februar 2015. Vor allem in Ländern der Europäischen Union stieg die Nachfrage nach Produkten "Made in Germany". Hier gab es ein Plus von 5,5 Prozent. Dabei gab es im Geschäft mit den nicht zur Euro-Zone gehörenden Staaten - wie etwa Polen und Großbritannien - ein Wachstum von 9,3 Prozent. Die Nachfrage aus der Währungsunion zog um 3,3 Prozent an. Die Lieferungen in die Länder außerhalb der Europäischen Union - also etwa in die weltweit größten Volkswirtschaften USA und China - erhöhten sich dagegen nur um 2,0 Prozent.

Weiterhin hoher Exportüberschuss

Die jüngsten Zahlen seien eine Erleichterung, aber kein Grund zum Jubeln, sagt Carsten Brzeski von der ING Bank. "Die Februar-Daten zeigen nur, dass die Exportwirtschaft immer noch darum kämpft, an Dynamik zu gewinnen." Seit Sommer seien die Bestellungen aus dem Ausland um mehr als sieben Prozent gefallen - darin spiegle sich die Schwäche von Deutschlands wichtigsten Handelspartnern wider. Auch der Rückenwind von der Währungsseite lasse nach: "Seit Ende November hat der Euro um mehr als 6,5 Prozent zum Dollar aufgewertet."

Der Exportverband BGA erwartet 2016 ein Exportplus von 4,5 Prozent. Damit würden die deutschen Firmen Weltmarktanteile gewinnen, erwartet doch die Welthandelsorganisation WTO nur einen Zuwachs des globalen Handels von 2,8 Prozent.

Die deutschen Importe zogen im Februar ebenfalls an, und zwar um 0,4 Prozent zum Vormonat. Die Exporte übertrafen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 19,8 Milliarden Euro.

hmf/zdh (dpa, rtr)