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Wirtschaft

Deutschland exportiert mehr, China weniger

Die deutsche Wirtschaft hat im April überraschend viel exportiert. Es war der dritte Zuwachs in Folge. Exportweltmeister China dagegen verkaufte zuletzt weniger Waren ins Ausland.

Die Ausfuhren deutscher Unternehmen sind im April im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut kräftig gestiegen. Sie legten um 7,5 Prozent auf 100,4 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.

Die Importe legten lediglich um 2,8 Prozent auf 78,3 Milliarden Euro zu. Damit ergab sich ein Überschuss in der Außenhandelsbilanz von 22,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte.

Die meisten Waren wurden in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) exportiert und von dort bezogen. Besonders stark stiegen jedoch die Verkäufe in Länder außerhalb der EU. Die Exporte dorthin legten um 11,8 Prozent zu, die in die Euro-Zone nur um 3,3 Prozent.

Auch wegen der Exporterfolge fuhren die deutschen Unternehmen ihre Produktion im April hoch. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 0,9 Prozent mehr her als im Vormonat.

Rückgang in China

Exportweltmeister China hat dagegen im Mai erneut weniger Waren ins Ausland verkauft. Der Rückgang betrug im Jahresvergleich 2,5 Prozent, wie die Behörden am Montag in Peking mitteilten. Im April waren die chinesischen Exporte noch um 6,4 und im März um 15 Prozent gesunken.

Die chinesischen Einfuhren brachen im Mai um 17,6 Prozent ein. Dies war der siebte Rückgang in Folge und deutlich stärker als erwartet. Das dürfte den Druck auf die Regierung in Peking aufrecht erhalten, die Nachfrage durch weitere konjunkturstützende Maßnahmen anzutreiben. Die chinesische Führung will die Bedeutung des Binnenkonsums stärken und das , um das Land weniger abhängig vom Export zu machen.

Für die deutsche Wirtschaft ist die schwächelnde Nachfrage in der Volksrepublik eine schlechte Nachricht. Sie verkaufte im vergangenen Jahr Waren im Wert von fast 75 Milliarden Euro nach China.

bea/ul (dpa, afp, reuters)