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Aktuell Deutschland

Deutschland erlebt eine Welle von Asylanträgen

Die weltweite Zunahme von Flüchtlingen erreicht nun auch Deutschland. Die Zahl der Asylanträge ist im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Doch die Regierung möchte die Zahl der Herkunftsländer einschränken.

Europa ist derzeit das Ziel vieler Flüchtlinge. Viele von ihnen kommen aus Bürgerkriegsländern in Afrika und aus dem Nahen Osten; viele wagen den Weg in Holzbooten über das Mittelmeer. Jüngstes Beispiel: Allein am Donnerstag konnte

die italienische Marine sechs Boote mit 1500 Flüchtlingen

aufgreifen.

Auch in Deutschland ist der neue Andrang von Flüchtlingen zu spüren. Besonders bei der Zahl von Asylanträgen - sie hat sich im ersten Halbjahr 2014 stark erhöht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist sie um nahezu 60 Prozent auf 77.109 Anträge gewachsen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Darunter befinden sich 67.441 Erstanträge und 9.668 Folganträge, es handelt sich um 28.585 Personen mehr als im Vorjahr. Das Innenministerium bewilligte in den ersten sechs Monaten 11.818 Anträge, 4246 Menschen erhielten den Flüchtlingsstatus aufgrund ergänzender EU-Regelungen oder profitieren von einem Abschiebestopp.

Hauptherkunftsländer: Afghanistan, Serbien und Syrien

Die Anträge stammen vor allem von Menschen aus Afghanistan, Serbien und Syrien, aber auch aus Eritrea, Albanien, Bosnien-Herzegowina und Somalia. Den hohen Anstieg von Anträgen werde das für die Bearbeitung zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nur noch "unter größten Mühen" bewältigen können, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte. Der Zuzug "nicht schutzbedürftiger Personen aus den Westbalkanstaaten" müsse gestoppt werden, um den wirklich Schutzbedürftigen die erforderliche Hilfe zu gewähren.

Mit einer Novellierung wurde vor knapp zwei Wochen im Bundestag eine Verschärfung des Asylrechts beschlossen. Diese sieht vor, dass Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sogenannten sicheren Drittstaaten erklärt werden - Asylanträge aus diesen Ländern sollen leichter abgelehnt werden können. Die Partei die Linke und die Grünen kritisieren das Gesetz.

Das Gesetz muss noch vom Bundesrat gebilligt werden.

zam/kle (afp, kna)