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Fußball

Deutschland enttäuscht beim EM-Auftakt

Im ersten Gruppenspiel trennen sich die deutschen Fußball-Frauen torlos von den Niederlanden. Die Titelverteidigerinnen zeigen sich noch nicht in EM-Form. Wiegt der Ausfall vieler Stammkräfte doch zu schwer?

Das war noch nicht europameisterlich: Eine völlig verkrampft agierende deutsche Mannschaft hat einen Fehlstart in die EM in Schweden hingelegt und gegen Außenseiter Niederlande nur ein 0:0-Unentschieden geschafft. Damit ging die deutsche Auswahl, die zuletzt fünf Mal in Folge den EM-Titel geholt hat, zum ersten Mal nach 16 Jahren und nach 19 EM-Siegen in Folge nicht als Gewinner vom Platz. In dieser Form dürfen die Titelverteidigerinnen von 2009 keine Ansprüche auf den achten Triumph bei einer Frauen-Europameisterschaft anmelden.

Probleme gegen defensive Niederländer

Vor rund 8800 Zuschauern im EM-Stadion von Växjö war der stark verjüngten deutschen Auswahl, deren Durchschnittsalter gerade einmal bei 23,5 Jahren liegt, die Nervosität anzumerken. Ohne die verletzten oder kranken Stammspielerinnen Kim Kulig, Viola Odebrecht, Verena Faißt, Babett Peter, Linda Bresonik und Alexandra Popp lief im Spielaufbau nicht allzu viel zusammen, lediglich Celia Okoyino da Mbabi hatte zu Beginn eine gute Chance auf dem Fuß (7. Minute).

Spielszene: Torchance Dzsenifer Marozsan (Foto: dpa)

Einfach kein Durchkommen: Dzsenifer Marozsan (2.v.r.) scheitert an der niederländischen Abwehr

Die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid, die nur noch neun Europameisterinnen von 2009 und zehn Teilnehmerinnen der WM 2011 in ihren Kader berufen hatte, konnte keinen Druck auf das gegnerische Tor ausüben. Die defensiv ausgerichtete Kontertaktik der Niederländerinnen, die es bei der EM vor vier Jahren immerhin ins Halbfinale geschafft hatten, ging voll auf. In der 17. Minute wäre Oranje durch einen Distanzschuss von Lieke Martens sogar fast in Führung gegangen. Fünf Minuten später musste Torhüterin Nadine Angerer bei einem Kopfball von Kirsten van de Ven erneut parieren. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff vergab Dzsenifer Marozsan die Chance auf die Führung.

"Haben ängstlich gespielt"

Bundestrainerin Silvia Neid (Foto: dpa)

Bundestrainerin Neid sah kein gutes Spiel ihrer Mannschaft

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Neid die lange verletzte Simone Laudehr für die schwache EM-Hoffnungsträgerin Nadine Keßler. Innenverteidigerin Annike Krahn biss trotz einer Knieverletzung auf die Zähne und spielte weiter. Am schwachen Auftritt der Deutschen änderte sich allerdings nichts. Es fehlte weiter jede Kreativität im Offensivspiel, Manon Melis vergab sogar die Großchance zur Führung für die Niederländerinnen (62.). Torfrau Nadine Angerer rettete im Eins-gegen-eins per Fußabwehr. Auch im Anschluss konnte sich die die DFB-Elf nicht mehr steigern.

"Wir haben heute überhaupt nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen haben und was wir eigentlich auch können", sagte eine enttäuschte Celia Okoyino da Mbabi nach der Partie. "Wir haben teilweise ganz leichte Fehler gemacht. Vielleicht ist das die negative Seite, wenn man eine so junge Mannschaft hat wie wir." Das sah Nadine Angerer ähnlich: "Wir haben ängstlich gespielt und waren wie gelähmt, weil es jetzt um etwas geht."

In den weiteren Partien ihrer EM-Gruppe B treffen die Deutschen, die im Fall des Titelgewinns die EM-Rekordprämie in Höhe von 22.500 Euro pro Spielerin kassieren würden, am Sonntag (14.07.2013) in Växjö auf Island und am 17. Juli in Kalmar auf Norwegen. Die Isländerinnen trennten sich vor der deutschen Partie 1:1 (0:1) von den Norwegerinnen.

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