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Deutschland

Deutschland entging knapp Kofferbombenanschlag

Deutschland ist Ende Juli nur knapp einem Terroranschlag auf zwei Regionalzüge entgangen. Das Motiv für die Tat ist nach Polizeiangaben noch unbekannt.

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Das BKA veröffentlichte ein Foto, das einen der gesuchten Männer zeige

Die Zünder der am 31. Juli in Zügen nach Hamm und Mönchengladbach gefundenen Kofferbomben hätten zeitgleich um 14.30 Uhr nachmittags ausgelöst, sagte der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, am Freitag (18.8.) in Wiesbaden. Nur ein handwerklicher Fehler habe verhindert, dass die Hauptladungen explodiert seien. Nähere Informationen wollte er dazu nicht geben.

Zwei Männer gesucht

Ziercke und Bundesanwalt Rainer Griesbaum präsentierten bei der Wiesbadener Pressekonferenz Aufnahmen von Überwachungskameras des Kölner Hauptbahnhofs. Darauf sind zwei 20 bis 30 Jahre alte Männer mit südländischem Aussehen zur Tatzeit mit den Koffern zu sehen. Die Männer würden wegen versuchten Mordes und der Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung gesucht, sagte Griesbaum. "Die Höhe der Belohnung von 50.000 Euro zeigt, dass wir sehr besorgt sind", sagte Ziercke.

Wären die rund 25 Kilogramm schweren Kofferbomben mit je einer 11-Liter Gasflasche und Benzin in je drei Plastikflaschen explodiert, wären die betroffenen Waggons ausgebrannt und möglicherweise der Zug entgleist.

Spur nach Libanon

Ein arabisch beschriebener Zettel und Speisestärketüten eines libanesischen Herstellers in den Koffern deuteten auf Verbindungen der Täter in den Libanon. Auf dem Zettel stehen laut Ziercke eine Telefonnummer im Libanon und - wie auf einem Einkaufszettel - der Produktname eines libanesischen Joghurts, der auch in Deutschland erhältlich ist. Der BKA hält die im Koffer zurückgelassenen Gegenstände nicht für bewusst gelegte falsche Spuren, weil sie im Fall der Explosion spurlos verbrannt wären.

Anders als bei den Anschlägen in London und Madrid 2005 und 2004 hätten die Täter offenbar kein massenhaftes Blutvergießen gewollt, betonte Ziercke. Die Zünder seien so eingestellt gewesen, dass die Bomben auf freier Strecke zehn Minuten vor den Zielbahnhöfen explodieren sollten. Außerdem wurde eine relativ verkehrsarme Zeit gewählt, zu der die Züge schwach besetzt waren. Offenbar seien die Täter auch wieder aus den Zügen ausgestiegen. Es seien also keine Selbstmordattentäter, sagte Ziercke. (mas)

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