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Wirtschaft

Deutschland einig Streikland

In Deutschland wurde in diesem Jahr bereits so viel gestreikt wie zuletzt vor mehr als 20 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Streiktage bis jetzt sogar verdreifacht.

Kita-Erzieher, Briefträger, Lokführer, Piloten und Metaller haben Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge eines der größten Streikjahre seit der Wiedervereinigung beschert. So seien seit Jahresbeginn bereits 500.000 Arbeitstage wegen Streiks ausgefallen heißt es in dem Bericht der "Bild"-Zeitung, die sich auf Zahlen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln beruft.

Dies sei bereits jetzt der höchste Jahreswert seit 1993 und eine Verdreifachung im Vergleich zu 2014.

Vor allem Poststreik lässt Zahl der Streiktage rasch anwachsen

Der IW-Tarifexperte Hagen Lesch sagte demzufolge, maßgeblich für die hohe Zahl an Streiktagen seien vor allem die massiven Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie zu Beginn des Jahres und die unbefristeten Streiks in Kitas und bei der Post. Derzeit komme mit jedem weiteren Streiktag bei der Deutschen Post eine fünfstellige Summe an Ausfalltagen hinzu.

Schlichtung bei Bahn und Kitas verhindert vorerst weitere Streiks

Beim Kita-Personal sind die Arbeitsniederlegungen vorerst beendet. Dort hat eine Schlichtungsrunde begonnen; während dieser Zeit herrscht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Friedenspflicht. Ähnlich sieht es im Tarifkonflikt bei der Bahn aus: Zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) läuft ebenfalls ein Schlichtungsverfahren, so dass hier vorerst keine Streikgefahr droht. Anders bei der Deutschen Post: Deren Beschäftigte sind von der Gewerkschaft ver.di jetzt bereits die zweite Woche zum unbefristeten Streik aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft haben sich rund 18.000 Beschäftigte diesem Aufruf angeschlossen.

Bru / hmf (AFP, dpa)