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Kultur

Deutschland bekommt Migrationsmuseum

Mit Unterstützung prominenter Politiker ist in Köln der Startschuss zur Gründung eines deutschen Migrationsmuseums gefallen. Schirmherrin ist die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Süssmuth und auch der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) stellten die Pläne des Vereins "Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland" (DOMID) vor. Der 1990 gegründete Verein hat

mehr als 70.000 Objekte, Dokumente und Interviews zur Geschichte der Migration in Deutschland

zusammengetragen. Sie sollen künftig in dem Museum präsentiert werden. "Ein wertvolles und für Deutschland längst überfälliges Projekt", unterstrich die 78-jährige CDU-Politikerin, "mit dem unsere Gesellschaft nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft blicken kann."

"Bühne für das Phänomen Migration"

Noch ist unklar, wann genau und vor allem, wo das zentrale Institut entstehen soll. Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Schneider ließ aber erkennen, dass sein Bundesland dafür der richtige Ort sei: "Warum nicht gleich Köln", fragte er, "mit seiner mehr als 2000-jährigen Migrationsgeschichte?" Domid-Geschäftsführer Arnd Kolb sagte, mit einem Museum wolle man eine "Bühne für das Phänomen der Migration" bauen, als "Ort, an dem Deutschland sich als Einwanderungsland" begreifen könne.

Die Vorstellung der Museumspläne fiel zeitlich mit einer schwersten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer zusammen. Vor der Küste Libyens war am Wochenende ein Flüchtlingsschiff gekentert. Mehrere hundert Menschen ertranken. "Wie ist denn unser Umgang mit Flüchtlingen?", fragte Rita Süssmuth und kündigte an, das Museum werde auch diese Problematik offen angehen. NRW-Integrationsminister Schneider betonte: "Auch Flüchtlinge sind Einwanderer". Ihnen müsse Deutschland in ihrer existentiellen Notlage helfen.

Migrationsmuseun in vielen Ländern

"Wir möchten die Städte mit Migrations-Erfahrungen ermuntern, in einen Wettbewerb zu treten", sagte Museums-Projektleiter Robert Fuchs. In Frage kommen demnach sowohl Berlin als auch Stuttgart oder auch Köln. Hier residiert der 1990 gegründete Verein Domid derzeit in einer großzügigen Etage des Bezirksrathauses Ehrenfeld, einem multikulturellen Stadtteil von Köln. In vielen Ländern - etwa in Paris, New York, Halifax und Melbourne - gibt es Museen, die sich dem Thema Migration widmen. In Deutschland fehlt ein solches Museum noch.

sd/so

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