Deutschland beendet Übernahme von Flüchtlingen | Aktuell Europa | DW | 29.01.2018
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Flüchtlingspolitik

Deutschland beendet Übernahme von Flüchtlingen

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 verpflichteten sich die EU-Staaten, Italien und Griechenland gestrandete Asylbewerber abzunehmen. Die Bundesregierung nahm deutlich weniger auf, als ursprünglich zugesagt.

Griechenland Flüchtlinge erreichen Lesbos (Reuters/Y. Behrakis)

Zu Tausenden strandeten Flüchtlinge 2015 auch auf der griechischen Insel Lesbos

Aus den südlichen EU-Staaten Griechenland und Italien werden in Deutschland kaum noch Flüchtlinge übernommen. "Deutschland hat die Umverteilungen 2017 weitgehend abgeschlossen", zitiert die Zeitung "Die Welt" eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. In den kommenden Wochen werde es nur noch "vereinzelt" Überstellungen geben, die im vergangenen Jahr nicht mehr umgesetzt werden konnten. Die europäische Verabredung zur Umsiedlung war offiziell bereits am 26. September des vergangenen Jahres ausgelaufen.

Als 2015 Tag für Tag tausende Flüchtlinge Länder der EU-Außengrenze erreichten, sagten die übrigen Staaten der Europäischen Union Hilfe zu. Insgesamt wollten sie Griechenland und Italien 160.000 Migranten abnehmen. Bislang wurden allerdings erst 25.000 Menschen umgesiedelt.

Bundesrepublik nimmt gut 10.000 Flüchtlinge auf

Deutschland sagte ursprünglich die Übernahme von 27.000 Personen zu. Tatsächlich wurden es allerdings nur 10.265 Menschen - davon kamen 4894 aus Italien und 5371 aus Griechenland. Dem Innenministerium zufolge nahm Deutschland im europäischen Vergleich insgesamt allerdings "mit großem Abstand die meisten Personen auf".

"Die Welt" schreibt unter Berufung auf die Berliner Behörde weiter, deutlich weniger Personen als erwartet hätten die Kriterien für eine Umsiedlung erfüllt. An dem Umverteilungsprogramm können laut Ministerium nur jene Personen teilnehmen, die aus Herkunftsstaaten mit einer Asylchance von mehr als 75 Prozent kommen. "Inzwischen gibt es in Griechenland so gut wie keine Asylantragsteller mehr, die für eine Umsiedlung infrage kommen", erläuterte die Sprecherin. In Italien sollen es demnach noch um die 3000 Flüchtlinge sein.

Im Dezember nahm die Bundesrepublik Italien 503 Asylsuchende ab und Griechenland 39. Im Januar waren es insgesamt dann nur noch acht Flüchtlinge.

se/qu (dpa, kna, welt) 

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