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Sport

Deutschland auf dem Weg nach Portugal

Fußball-Deutschland hat Island von der Tabellenspitze in der EM-Qualifikationsgruppe 5 verdrängt. Die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler schlug Schottland in Dortmund 2-1.

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Na also: es geht doch ...
Kuranyi und Ballack

Rudi Völlers Wutrede hat gewirkt: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat Schottland in die Schranken gewiesen und ist jetzt nur noch einen Punkt von der Direkt-Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 in Portugal entfernt. Vier Tage nach dem blamablen 0:0 auf Island bezwang die DFB-Auswahl am Mittwoch (10.09.2003) vor 67.000 Zuschauern im Dortmunder Westfalenstadion das Team des früheren Bundestrainers Berti Vogts hoch verdient mit 2:1 und übernahm die Tabellenspitze vor dem letzten Spiel in der Gruppe 5 am 11. Oktober gegen Island, das jetzt zweiter ist.

Das Völler-Team ging durch den überragenden Fredi Bobic (25.) und Michael Ballack (50. Minute per Foulelfmeter) 2:0 in Führung, ehe Neil McCann (60.) das Anschlusstor für die "Bravehearts" gelang, die die Partie nach einer Gelb-Roten Karte für Maurice Ross nur mit zehn Spielern beenden konnten. Allerdings vergaben die Hausherren in der Schlussphase geradezu fahrlässig einen deutlicheren Erfolg und mussten am Ende beinahe noch um den Erfolg bangen.

Anderes Gesicht

Bissig, lauffreudig, zweikampfstark - nach der trostlosen Darbietung von Reykjavik zeigte die deutsche Mannschaft auch dank taktischer Umstellungen von Rudi Völler ein ganz anderes Gesicht. Als Glücksgriff erwies sich die Hereinnahme von Bobic an Stelle des formschwachen Miroslav Klose sowie der Einsatz von Tobias Rau und Arne Friedrich auf den Außenbahnen. Vor allem der Berliner Friedrich leistete ein enormes Laufpensum, nutzte jede Schwäche der Schotten zum Vorstoß und imponierte auf dem nach stundenlangen Regen glitschigen Rasen mit seinem Mut.

In der Spitze wurde Bobic, obwohl bei Hertha BSC in dieser Saison noch erfolglos, seinem Ruf als eiskalter Vollstrecker durch sein achtes Länderspiel-Tor gerecht. Neben dem Neu-Berliner fiel Kevin Kuranyi bei seinem ersten Einsatz im DFB-Trikot von Beginn an ein wenig ab. Dem 21-jährigen Stuttgarter fehlte im Strafraum noch ein Schuss Cleverness. In der Schaltzentrale des deutschen Spiels schien Michael Ballack den Druck der Verantwortung besonders zu spüren. Dem Münchner, der sich lange Zeit vergeblich bemühte, das Spiel an sich zu reißen, unterliefen im Aufbau ungewohnt viele Fehler. Dafür bewies Ballack erneut seine Qualität als Elfmeterschütze.

"Es gibt nur ein' Rudi Völler"

Schwachstelle in einer von den harmlosen Gästen wenig geforderten deutschen Abwehr war Marko Rehmer. Der Berliner, nach zehn Monaten erstmals wieder in der Startformation, wirkte verunsichert und leistete sich nicht nur beim Anschlusstor durch McCann einen groben Schnitzer. Wesentlich konzentrierter gingen die Nebenleute Christian Wörns in seinem 50. Länderspiel und Carsten Ramelow zu Werke. Vor allem der Leverkusener Ramelow präsentierte sich in seiner Rolle als Abwehrchef erheblich stärker als in Island.

Auf den Rängen stimmten die Fans das Lied "Es gibt nur ein' Rudi Völler" an. Dennoch verpasste die deutsche Mannschaft bei weiteren guten Möglichkeiten die endgültige Entscheidung. So wurde es doch noch einmal spannend, zumal die Schotten gleich ihren ersten gefährlichen Angriff des Spiels über Steven Thompson durch McCann zum Anschluss nutzten. Doch als sich die Gäste durch den Platzverweis für Ross selbst dezimierten, bekam die Völler-Elf das Geschehen wieder fest in die Hand.