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Veranstaltungen

Deutschland als „Hegemon wider Willen“

Wie berichten europäische Medien in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise über Deutschland? Dieser Frage ging das 4. Brüsseler Mediengespräch nach, zu dem die DW am Mittwoch, 28. August, eingeladen hatte.

DW-Medienabend in Brüssel am 28.08.2013: Das Deutschlandbild in Europas Medien. Auf dem Panel von links nach rechts: Dimitris P. Droutsas, Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Christian Trippe, Leiter DW Studio in Brüssel Susanne Fengler, Professorin für Medienrecht, TU Dortmund Dr. Berthold Franke, EU-Beauftragter und Leiter des Goethe Institut in Brüssel Thomas Mayer, Europakorrespondent, Der Standard (Wien) Derek Scally, Berlin-Korrespondent, The Irish Times (Dublin Fotograf: Klaus Bergmann Copyright DW

Medienabend der DW in Brüssel: Über 300 Gäste verfolgten die Diskussion

Intendant Erik Bettermann hob in seiner Eröffnungsrede vor mehr als 300 Gästen die Bedeutung Europas als Wertegemeinschaft hervor. Stereotypen, wie sie auch über Deutschland existierten, müssten abgebaut und nicht weitertransportiert werden, so der DW-Chef in Anspielung auf die seiner Ansicht nach teilweise undifferenzierte europäische Berichterstattung über Deutschland.

Die Diskussion, moderiert von Christian F. Trippe (Leiter des DW-Studios Brüssel), offenbarte ein durchaus gespaltenes Image Deutschlands. Dimitris Droutsas, Mitglied des EU-Parlaments und ehemaliger Außenminister Griechenlands, vertrat die Ansicht, dass sich das Ansehen Deutschlands in seiner Heimat durch die von der Bundesregierung angemahnten Sparanstrengungen negativ verändert habe. Deutschland habe jedoch aufgrund seiner führenden wirtschaftlichen Stellung in Europa keine andere Wahl, als die Rolle des „Hegemon wider Willen“ einzunehmen.

„Bescheidene Kommunikation“

Das Deutschlandbild der Iren hat dem Berlin-Korrespondenten der „Irish Times“, Derek Scally, zufolge kaum Schaden genommen. Scally stellte der Bundesregierung allerdings „eher bescheidende Kommunikationsfähigkeiten“ aus, wenn es um die Erklärung finanzpolitischer Entscheidungen gehe. Eine andere Perspektive bot der EU-Beauftragte des Goethe-Instituts, Berthold Franke: Die Nachfrage nach Deutschkursen habe sich seit der Finanzkrise verdoppelt.

Susanne Fengler, Medienrechtswissenschaftlerin an der Universität Dortmund, gab zu bedenken, dass es großen Nachholbedarf in der Ausbildung von Wirtschaftsjournalisten gebe. Es gehe verstärkt darum, die Hintergründe der Euro- und Finanzkrise der Öffentlichkeit zu vermitteln. Mit Blick auf das aktuelle Deutschlandbild werde die Berichterstattung zwar von Themen geprägt, über die die Menschen nachdenken. Vernachlässigt werde dagegen der Aspekt, wie die Öffentlichkeit diese Themen bewerte, so Fengler.

„Immer mit der Ruhe“

Der von Droutsas erhobenen Warnung „vor einer schleichenden Renationalisierung einiger EU-Mitgliedstaaten“ setzte der Europakorrespondent des Wiener „Standard“, Thomas Mayer, das EU-Prinzip von der „Vielfalt in der Einheit“ entgegen. Mayer sprach sich für einen weniger polarisierenden und aufgeregten Umgang mit den EU-Prozessen aus.

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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com