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Wirtschaft

Deutschland als überdimensionaler "Hotspot"

Immer mehr Bewegung kommt in den Markt für mobile Internet-Nutzung. Entsprechend gehen die Aussteller auf der diesjährigen Technologiemesse CeBIT besonders auf den "mobilen Nutzer" ein.

Ein Mann ueberprueft am Mittwoch auf der Computermesse CeBIT in Hannover einige Monitore, Quelle: AP

6059 Aussteller zeigen in Hannover die neuesten Produkte der IT-Branche

Mobil sein ist alles. Diese Devise setzt sich in der Computerbranche durch. Dazu gehört natürlich das Angebot von möglichst schnellen Internet-Zugängen für Mobilgeräte. Der User soll nicht mehr an den PC im Büro oder zu Hause gebunden sein, sondern soll immer und überall Zugang bekommen. Und zwar so - oder doch wenigstens fast so - wie er es von Festnetzzugängen gewöhnt bist. Also in etwa mit dem Komfort eines DSL-Zugangs. Aber drahtlos - so, wie man es bisher nur in so genannten "Hotspots" oder in lokalen "Wireless-Lan" Netzen gewöhnt ist.

Vierfache Geschwindigkeit von ISDN

Um dies auch überregional zu ermöglichen, arbeiten die

Mobilfunkanbieter daran, möglichst flächendeckend in Deutschland die dazu erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen. Bei T-Mobile etwa will man als erster so weit sein und bis Ende des Jahres ganz Deutschland in eine Art überdimensionalen "Hotspot" verwandeln. Zunächst einmal aus sehr praktischen Gründen: Ländliche Gegenden sind bisher erst teilweise mit UMTS ausgestattet, so dass man dort auf das langsamere und teurere GPRS zurückgreifen muss.

Statt UMTS weiter auszubauen, setzt man bei T-Mobile jetzt auf "EDGE" - eine Technologie, die vorläufig die vierfache Geschwindigkeit von ISDN hat und GPRS weit überlegen ist: Während GPRS 50 KBit pro Sekunde an Geschwindigkeit anbietet, erreicht EDGE 220 KBit pro Sekunde.

UMTS auf höherem Standard

Auf einem Plakat wirbt die Deutsche Telekom bei der CeBIT in Hannover mit dem Slogan Wir geben alles - Für mehr Einfachheit, Quelle: AP

T-Mobile treibt den mobilen Internetzugang voran

UMTS sei aber natürlich nicht vergessen und solle auch nicht auf die Städte beschränkt bleiben, meint Stephan Heiniger von T-Mobile. "Wir haben heute schon ein UMTS-Netz in den städtischen Ballungsgebieten mit 384 KBit und haben dieses bereits ausgebaut auf HSDPA." Das sei ein schnelles UMTS mit 1,8 MBit pro Sekunde. Zur CeBIT 2007 hätten sie das Netz schon auf den höheren Standard - also 3,6 MBit pro Sekunde - ausgebaut und hätten auch schon den Fall von 7,2 MBit. "Man darf sich das so vorstellen", erklärt Heiniger: "Einen DSL-1000-Anschluss, den man im Festnetz kennt, hätten wir dann schon um sieben Mal überboten. Wir sind also jetzt an dem Punkt im Mobilnetz, an dem mittlerweile die Luftschnittstelle nicht mehr der Engpass ist."

Diese "Luftschnittstelle" verhinderte zu Beginn der Mobiltelefonie

überhaupt eine ungestörte Datenübermittlung. Inzwischen ist dieses Problem längst gelöst und nun erhöht man Geschwindigkeit und bietet mobiles Breitband an.

Massenmarktfähiger Datendienst

Doch wer braucht das überhaupt? Der private User oder doch in erster Linie die Wirtschaft, also der Geschäftskunde?

Heiniger ist überzeugt, dass ein Datendienst massenmarktfähig sein muss. "Die Menschen werden zunehmend mobiler, die Datennutzung nimmt rapide zu, und eine der ersten Anwendungen ist sicherlich die mobile E-Mail-Nutzung." Auch im Geschäftskunden-Bereich werde mittlerweile mit mobiler E-Mail gearbeitet. Die andere Zielgruppe sei die Privatwelt, vor allem die junge Zielgruppe, die heute sehr viel chatte.

Die Anwendungsmöglichkeiten moblier Breitbandzugänge sind

groß: Der eine will Daten ins Internet stellen, der andere

speicherintensive Photos hochladen oder versenden. Wieder andere wollen von unterwegs ohne Verzögerung auf den Computer in der Firma oder zu Hause zugreifen, oder sich schnell Informationen jeder Art aus dem Internet holen. All das wird immer und überall möglich sein - mit dem schnellen Mobilzugang.

Mobil innerhalb tariflicher Grenzen

Ein Deutschland weites WLAN sei das aber nicht, meint Stephan

Heiniger. Von solch einer Einrichtung sei man vorläufig noch weit entfernt, weil dazu auch neue Technologien entwickelt werden

müssten.

Der Laie aber dürfte den Unterschied zwischen einem

Internet-Zugang über ein lokales WLAN oder über das Mobiltelefon kaum bemerken. Noch nicht einmal an seiner Telefonrechnung. Zwar ist keine echte "Flatrate" für das mobile Breitband angedacht, also kein unbegrenzter Pauschaltarif, doch sollen Volumen- oder Nutzungszeit-bedingte Tarife angeboten werden, bei denen jeder nach seinen eigenen Internetgewohnheiten entscheiden kann, wie viele Daten er im Monat senden und empfangen will. Innerhalb dieses Tarifs bewegt er sich dann aber mobil, so, als hätte er eine "Flatrate".

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