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Sport

Deutschland-Achter krönt Siegesserie

Wieder eine Medaillenflut für das deutsche Team: Sieben Medaillen standen am fünften Wettkampftag zu Buche: Gold für den Ruder-Achter, dazu fünf weitere Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.

Nach der Goldfahrt des Deutschland-Achters gab es auch am fünften Wettkampftag viele Medaillen zu bejubeln. Den Anfang machte das deutsche Paradeboot, das seit vier Jahren ungeschlagen bleibt und sich nach 24 Jahren wieder die Goldmedaille sicherte. Live mit dabei war auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach. "Es war eine grandiose Leistung, die weltweit Anerkennung findet", lobte er. Nach den zwei medaillenlosen Tagen zum Auftakt habe sich das deutsche Olympia-Team nicht nervös machen lassen. "Wir hatten Vertrauen in unser Team. Bei einer vernünftigen Betrachtung weiß man, dass sich bei Olympischen Spielen nicht alle Medaillenchancen realisieren lassen", sagte Bach.

Die Ruder-Crew um Schlagmann Kristof Wilke gewann vor Kanada und Großbritannien. Nach einem schnellen Start kontrollierte die Mannschaft von Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer vor den Augen der britischen Prinzen William und Harry zunächst die Konkurrenz von der Spitze aus, doch die Briten ließen sich nicht abschütteln. Am Ende ging dem britischen Team die Puste aus, der deutsche Achter zog bei 1500 Metern auf und davon und hatte im Ziel eine halbe Länge Vorsprung. "Es waren jetzt vier Jahre, in denen wir alles für den Sport getan haben", sagte Schlagmann Wilke nach dem Rennen mit tränenerstickter Stimme. Dass das Team nun auf dem olympischen Thron stehe, sei "nicht in Worte zu fassen. Auf den letzten 500 Metern haben wir uns so heiß gemacht und alles rausgehauen." Der Goldcoup war der 36. Erfolg des deutschen Flaggschiffes in Serie.

Doppelvierer feiert die Silbermedaille

Jubel auch bei den Ruderfrauen: Der deutsche Doppelvierer gewann auf dem Dorney Lake die Silbermedaille. Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt mussten sich nur den favorisierten Ukrainerinnen geschlagen geben. Bronze ging an die USA. Und auch Olympia-Gastgeber Großbritannien hat die erste Goldmedaille gewonnen: Im Zweier ohne Steuerfrau setzten sich Helen Glover und Heather Stanning überlegen durch. Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig belegten den sechsten Platz.

Nguyen turnt zu Silber

Marcel Nguyen an den Ringen. (Foto: Ronald Martinez/Getty Images)

Starke Vorstellung von Nguyen

Er stand gemeinsam mit Fabian Hambüchen im Mehrkampffinale, doch alle Augen richteten sich am Ende nur noch auf Marcel Nguyen. Nach dem Olympiasieg von Alfred Schwarzmann in Berlin vor 76 Jahren gewann der zweimalige Barren-Europameister wieder eine Medaille bei einem Olympischen Mehrkampffinale: In der ausverkauften North Greenwich Arena holte er mit 91,031 Punkten Silber. "Vorher hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir so etwas vorhergesagt hätte. Aber nach dem Reck habe ich sogar selbst an meine Chance geglaubt", sagte Nguyen, der am Boden und am Barren noch zwei weitere Finalchancen hat. Gold gewann der Japaner Kohei Uchimura, Bronze holte der US-Amerikaner Danell Leyva. Hambüchen leistete sich nach einem fehlerfreien Durchgang am Boden einen Fehler am Pferd, der von den Kampfrichtern hart bestraft wurde. Ein Protest der Mannschaftsleitung wurde von der Jury abgelehnt. So rutschte Hambüchen auf Platz 22 ab und schaffte es zum Schluss nur auf Rang 15. Mit 87,765 Zählern turnte er drei Punkte weniger als noch in der Qualifikation.

Martin und Arndt gewinnen Silber im Zeitfahren

Freudige Gesichter bei den deutschen und den britischen Radsportlern: Toursieger Bradley Wiggins hat der neuen britischen Radsportbegeisterung weiteren Auftrieb gegeben und in souveräner Manier Gold im Einzelzeitfahren geholt. Dabei ließ er den deutschen Weltmeister dieser Disziplin, Tony Martin, mit 42 Sekunden Vorsprung klar hinter sich. Bronze ging an Wiggins’ Teamkollegen Christopher Froome und damit ebenfalls nach Großbritannien.

Video ansehen 01:13

Olympia 2012: Fans & Zuschauer beim Zeitfahren

Wiggins wurde mit seiner insgesamt siebten Medaille zum erfolgreichsten britischen Olympioniken aller Zeiten. Dabei hatte es bei der ersten Zwischenzeit noch nach einer möglichen Goldmedaille für Deutschland ausgesehen: Tony Martin, bisher mit einer von Sturz- und Defektpech geprägten Saison, führte mit vier Sekunden vor dem großen Favoriten Wiggins. Doch der drehte danach seinen großen "Motor" auf und distanzierte Martin Stück für Stück. Dennoch strahlte der Silbermedaillengewinner später: "Die Medaille umgehängt zu bekommen, ist ein tolles Gefühl nach der ganzen Vorgeschichte. Deshalb ist Silber wie eine Goldmedaille zu werten. Ich bin einfach nur glücklich."

Tony Martin beim Einzelzeitfahren. (Foto:Matt Rourke/AP/dapd)

Tony Martin beendet seine Pechsträhne und gewinnt die Silbermedaille

Auch die deutsche Rad-Weltmeisterin Judith Arndt durfte sich über Silber im Zeitfahren freuen. "Es war super anstrengend. Mir war danach total schwindelig", gestand sie. Die 36-Jährige musste sich auf dem 29 Kilometer langen Kurs mit Start und Ziel am Hampton Court Palace nur Kristin Armstrong geschlagen geben. Die US-Amerikanerin hatte bereits 2008 Gold gewonnen. Trixi Worrack wurde Neunte.

Judoka Thiele holt überraschend Silber

Kerstin Thiele im Finalkampf (Foto: Michael Kappeler, dpa)

Thiele (r.) sorgte für eine Sensation

Einen Tag nach der Silbermedaille für Judoka Ole Bischof legte Kerstin Thiele nach und sorgte für eine Riesenüberraschung. Die 25-Jährige unterlag zwar im Finale in der Klasse bis 70 kg Weltmeisterin Lucie Decosse aus Frankreich, durfte sich aber über Silber freuen. "Wahnsinn. Es ist Silber", sagte Thiele kurz nach dem Kampf fassungslos. "Das war ein grandioser Tag." Auf dem Weg ins Finale hatte Thiele Chinas Jungstar Chen Fei, die niederländische Mitfavoritin Edith Bosch sowie die zweimalige Vize-Weltmeisterin Anett Meszaros aus Ungarn ausgeschaltet.

Nach Silber auch Bronze für Slalomkanuten

Hannes Aigner im Wettkampf. (Foto: REUTERS/Lucy Nicholson)

Aigner auf Bronzekurs

Einen Tag nach der Silbermedaille für Sideris Tasiadis im Canadier hat auch Hannes Aigner für Jubel gesorgt. Der EM-Dritte holte nach einem fehlerfreien Lauf über 94,92 Sekunden Bronze im Kajak-Wettbewerb. Auf dem Wildwasser-Kanal im Lee Valley White Water Centre waren nur der Italiener Daniele Molmenti (93,43) sowie der Tscheche Vavrinec Hradilek (94,78) schneller. Zu Silber fehlten Aigner nur 14 Hundertstelsekunden. "Ich bin super zufrieden mit der Bronzemedaille", sagte Aigner. "Es war zwar sehr knapp zum zweiten Platz, aber das ist egal. Der dritte Platz ist super." Nach zwei von vier Entscheidungen haben die Slalomkanuten ihr Ziel von zwei Medaillen bereits erfüllt.

Fünfter Schwimm-Weltrekord

Im Halbfinale über 200 Meter Brust schlug Rebecca Soni in der Weltrekordzeit von 2:20,00 Minuten an und sorgte für den insgesamt fünften Schwimm-Weltrekord bei den Olympischen Spielen. Zuvor hatte bereits der Ungar Daniel Gyurta über die gleiche Strecke einen neuen Weltrekord aufgestellt. Der Welt- und Europameister schwamm 2:07,28 Minuten und unterbot die Bestmarke des Australiers Christian Sprenger um drei Hundertstel Sekunden. Silber ging an den Australier Michael Jamieson (2:07,43) vor dem Japaner Ryo Tateishi (2:08,29). Der WM-Dritte Christian vom Lehn und der deutsche Meister Marco Koch waren im Halbfinale ausgeschieden.

Auch Britta Steffen und Daniela Schreiber mussten die Hoffnungen auf eine Medaille über 100 Meter Freistil begraben, sie schieden bereits im Halbfinale aus. "Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei, was die 100 Meter betrifft", räumte Steffen ein. Damit wartet der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) nach fünf von acht Wettkämpfen weiter vergeblich auf die erste Medaille. Ganz ohne olympisches Edelmetall blieben die deutschen Schwimmer zuletzt vor 80 Jahren.

Mit Interesse zugeschaut haben die deutschen Schwimmerinnen bestimmt bei der 4x200 Meter Freistil Staffel der Frauen. Die USA setzten sich vor Australien und Frankreich durch. Die Mannschaft um Jungstar Missy Franklin siegte in 7:42,92 Minuten. Franklin hatte bereits über 100 Meter Rücken triumphiert. Die deutschen Schwimmerinnen Silke Lippok, Theresa Michalak, Annika Bruhn und Daniela Schreiber hatten als 13. das Finale deutlich verpasst.

Den Titel in der Königsdisziplin über 100 Meter Freistil sicherte sich Nathan Adrian aus den USA (47,52 Sekunden), der nur eine Hunderstel Sekunde vor dem Australier James Magnussen anschlug. Bronze ging an Brent Hayden aus Kanada.

Noch immer keine Medaille für deutsche Schützen

Auch der Deutsche Schützenbund (DSB) wartet weiter auf das erste Edelmetall in London: Die favorisierte deutsche Sportschützin Munkhbayar Dorjsuren verpasste eine Medaille. Im entscheidenden Moment streikte ihre Pistole, so rutschte sie aus den Finalplätzen. Nach zweimal Bronze gab es dieses Mal nur Platz zwölf. Gold sicherte sich Kim Jangmi aus Südkorea, Silber ging an Peking-Siegerin Chen Ying aus China und Bronze an die Ukrainerin Olena Kostewytsch.

Enttäuschung auch für die deutsche Fed-Cup-Spielerin Julia Görges und Sabine Lisicki, die beide im Olympischen Tennisturnier in Wimbledon ausgeschieden sind. Görges unterlag der Russin Maria Kirilenko 6:7, 3:6. Ebenfalls im Achtelfinale ausgeschieden ist Lisicki, die in einem hart umkämpften Spiel gegen die Russin Maria Scharapowa 7:6 (10:8), 4:6, 3:6 verlor. Im Achtelfinale des Majorturniers vor vier Wochen hatte Lisicki an gleicher Stelle noch triumphiert. Besser machte es Angelique Kerber, die es als erste Deutsche seit 20 Jahren in das Viertelfinale eines olympischen Tennisturniers geschafft hat. Sie gewann ihr Achtelfinalspiel in einem Tenniskrimi gegen Venus Williams aus den USA mit 7:6 (7:5), 7:6 (7:5). Kerber trifft nun auf die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka aus Weißrussland.

Einen weiteren Weltrekord stellte der chinesische Gewichtheber Lu Xiaojun in der Klasse bis 77 kg auf. Im olympischen Zweikampf stemmte der 28-Jährige im Reißen 175 kg und übertraf seine eigene Bestmarke (174), die er vor drei Jahren aufgestellt hatte.

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