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Wirtschaft

Deutsches Jobwunder hält an

Der Winter lässt den Arbeitsmarkt völlig kalt. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im November weiter gesunken, die Zahl der offenen Stellen weiter gestiegen. Das wird sich im nächsten Jahr fortsetzen, sagen Experten.

Facharbeiter im Drehgestell eines Eisenbahnkrans (Foto: dpa)

Viel zu tun im deutschen Maschinenbau

BA-Chef Frank-Jürgen Weise (Foto: dpad)

BA-Chef Frank-Jürgen Weise: "Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur."

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt hat auch im November angehalten. Im Vergleich zum Oktober verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 14.000 auf jetzt 2,93 Millionen, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag (30.11.2010) mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 284.000.

Die Arbeitslosenquote lag wie im Oktober bei 7,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,6 Prozent gelegen. BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte: "Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten Konjunktur. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit nehmen erneut deutlich zu, und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt."

Dies ist auch am Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit abzulesen. Demnach kletterte die Zahl der offenen Stellen im November auf den höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Entsprechend stieg der von der BA allmonatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X auf 149 Punkte, dies sind vier Zähler mehr als im Oktober und 37 mehr als vor einem Jahr.

Im Foyer einer Zeitarbeits- Firma (Foto: DW-TV)

Jede dritte offene Stelle kommt von Zeitarbeitsfirmen

Nach BA-Erkenntnissen winken vor allem Zeitarbeitsunternehmen mit freien Arbeitsplätzen; gut jede dritte gemeldete freie Stelle komme derzeit aus dieser Branche. Aber auch im Handel, in der Baubranche, Gastronomie oder im Gesundheits- und Sozialwesen suchten die Firmen nach neuen Mitarbeitern. Bei den offenen Stellen handle es sich überwiegend um Vollzeitjobs, zudem seien mehr als drei Viertel unbefristete Arbeitsverhältnisse. "Teilweise klagen Unternehmen bereits wieder über Probleme, ausreichend (hoch-)qualifizierte Fachkräfte zu finden", schrieben die Experten.

Jobwunder setzt sich fort

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist auch die Zahl der Beschäftigten in Deutschland weiter gestiegen. Sie hat im Oktober den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Nach vorläufigen Berechnungen waren insgesamt 40,9 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von 1,0 Prozent. Auf Monatssicht fanden 193.000 Menschen Arbeit. Saisonbereinigt, also nach rechnerischer Ausblendung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, hat sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vormonat um 10.000 erhöht.

Das deutsche Jobwunder werde sich auch im kommenden Jahr fortsetzen, prognostizieren Experten. "Die Arbeitslosigkeit geht auch 2011 ordentlich nach unten, aber nicht mehr in dem Tempo wie in diesem Jahr", sagt zum Beispiel DZ-Bank-Volkswirt Philipp Jäger voraus. Im Jahresdurchschnitt erwarten die Fachleute 2011 eine Arbeitslosigkeit von rund drei Millionen; dies wären rund 250.000 bis 260.000 weniger Erwerbslose als in diesem Jahr. Im Spätherbst 2011 könnte die Arbeitslosenzahlen bis auf 2,7 Millionen rutschen, schätzt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

Autor: Rolf Wenkel (rtr, apn, afp, dpa)
Redaktion: Andreas Becker 

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