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Deutsches Finale in Stuttgart

Calle Kops dpa
23. April 2016

Laura Siegemund folgt Titelverteidigerin Angelique Kerber beim Tennis-Turnier in Stuttgart ins Endspiel. Die Qualifikantin schaltet im Halbfinale überraschend die an Nummer eins gesetzte Polin Agnieszka Radwanska aus.

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Laura Siegemund spielt gegen Radwanska aus Polen eine Vorhand (Foto: Marijan Murat/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa/M. Murat

Qualifikantin Laura Siegemund hat ihre märchenhafte Reise fortgesetzt und völlig überraschend das erste deutsche Finale in der Geschichte des WTA-Turniers in Stuttgart perfekt gemacht. Die Weltranglisten-71. bezwang die topgesetzte Agnieszka Radwanska aus Polen nach einem erneut furiosen Auftritt in 1:23 Stunden mit 6:4 und 6:2 und feierte damit den größten Erfolg ihrer Karriere. Im Endspiel trifft Siegemund am Sonntag (13.30 Uhr MESZ) auf Titelverteidigerin Angelique Kerber. Die an Position zwei gesetzte Australian-Open-Gewinnerin hatte zuvor im Halbfinale die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien mit 6:4, 4:6 und 6:2 ausgeschaltet.

Für Siegemund war es der dritte Erfolg gegen eine Top-Ten-Spielerin binnen drei Tagen. Die 28-Jährige hatte vor Radwanska im Achtelfinale bereits die Rumänin Simona Halep und im Viertelfinale Roberta Vinci aus Italien ausgeschaltet. Siegemund begeisterte die 4600 Zuschauer in der ausverkauften Arena erneut mit ihrem variablen Power-Tennis. Mit ihrem 18. direkten Gewinnschlag holte sich die Lokalmatadorin nach 43 Minuten den ersten Satz. Auch danach zeigte Siegemund keine Anzeichen von Nervosität und ließ Radwanska keine Chance.

Kampf auch gegen die Müdigkeit

Angelique Kerber (l.) und Petra Kvitova aus Tschechien (r.) geben sich nach dem Spiel in Stuttgart die Hand (Foto: picture alliance/dpa/M. Murat)
Fair Play: Angelique Kerber (l.) und Petra KvitovaBild: picture alliance/dpa/M. Murat

Kerber hatte zuvor im Linkshänderinnen-Duell mit Kvitova erneut eine starke Leistung gezeigt. Nach zwei frühen Breaks ging sie mit 4:1 in Führung, musste die Tschechin aber auf 4:5 herankommen lassen. Doch mit ihrem insgesamt 14. unerzwungenen Fehler ermöglichte Kvitova dem Publikumsliebling den Satzgewinn nach knapp 45 Minuten. Kerber unterliefen zum Vergleich gerade einmal vier sogenannte "unforced errors". In einer engen und kräftezehrenden Partie gelang Kvitova das einzige Break im zweiten Durchgang zum Satzgewinn. Nach dem Wechsel durchbrach die Deutsche den Aufschlag ihrer 1,82 Meter großen Konkurrentin gleich zweimal und ging vorentscheidend mit 5:2 in Führung. Nach dem Matchball jubelte Kerber erleichtert.

"Das Match habe ich ganz eindeutig dem Publikum zu verdanken", sagte sie nach ihrem hart umkämpften Erfolg gegen Kvitova. "Die Zuschauer haben mich durch den dritten Satz gezogen." Die am Ende müde werdende 28-Jährige biss sich aber ein weiteres Mal durch und feierte im achten Duell mit Kvitova den vierten Sieg. "Ich liebe es einfach zu gewinnen. Und ich hasse es zu verlieren", sagte Kerber. Damit wird es bei dem schwäbischen Turnier zum insgesamt fünften Mal eine deutsche Siegerin geben. Anke Huber hatte das Tournament, das bis 2005 in Filderstadt vor den Toren Stuttgarts ausgetragen worden war, in den Jahren 1991 und 1994 gewonnen. 2011 hatte sich Julia Görges den Siegerpokal geholt - und im vergangenen Jahr Kerber.

ck/to (dpa)