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Sport

Deutsches Debüt: Zwei BMX-Fahrer in London

Die Sportart BMX-Race gibt es erst seit 2008 im olympischen Programm. Nun haben es erstmals auch deutsche Fahrer zu den olympischen Spielen geschafft. Sie verstehen sich auch als Botschafter ihrer Disziplin.

BMX-Olympiateilnehmer Luis Brethauer. Foto: dpa

BMX-Olympiateilnehmer Luis Brethauer

"Geschwindigkeit, Adrenalin, Spaß, Spannung und der beste Sport überhaupt." Wenn Luis Brethauer von seinem Sport spricht, leuchten seine Augen. Ein bisschen Stolz liegt auch darin und Triumph. Denn lange Zeit war der BMX-Sport gesellschaftlich verpönt, etwas für Jugendliche mit schrägen Klamotten. Doch das hat sich geändert: Seit Peking vor vier Jahren ist BMX-Race eine olympische Disziplin. "Das ist nichts für Angsthasen. BMX ist definitiv ein waghalsiger Sport, wo man schon Mut zeigen und haben muss", erklärt Bundestrainer Simon Schirle. "Ist mal was Anderes im olympischen Programm."

BMXler sind noch Exoten

Schirle hat gleich zwei Fahrer nach London gebracht und damit das offizielle Ziel, einen einzigen Athleten zu qualifizieren, übertroffen. Mit Luis Brethauer, dem 19. der Weltrangliste, ist sogar ein Medaillenkandidat dabei. Im Rennen müsse nur ein kleiner Fehler passieren und schon sei man raus. Andererseits könne man auch davon profitieren, sagt Brethauer: "Das heißt: Auch als Außenseiter kann man auf die Medaillenränge fahren. Und das werden wir natürlich versuchen."

BMX-Olympiastarter Maik Baier. Foto: dpa

BMX-Olympiastarter Maik Baier

Auch der Weltranglisten-57., Maik Baier, will alles geben. Für beide Sportler ist das olympische Leben vollkommenes Neuland. Unter den anderen Olympia-Teilnehmern zählen die BMX-Fahrer noch zu den Exoten. "Man erkennt die BMXler im Olympischen Dorf. Die sehen irgendwie anders aus", berichtet Baier mit einem Grinsen. "Wir sind tätowiert und lässiger als die normalen Sportler."

Nun schaut die ganze Welt zu – eine Riesenchance, den BMX-Sport auch in Deutschland weiter zu etablieren. Sportlich hat sich bereits einiges getan: Deutschland hat sich von Platz 24 der Weltrangliste in Peking auf Platz acht katapultiert. Bundestrainer Schirle bezeichnet das als "Quantensprung". Das Halbfinale zu erreichen sei das erste Ziel. Wenn dazu noch der Einzug in das Finale gelänge, wäre das bereits ein Riesenerfolg für seine Schützlinge. In der Qualifikation am Mittwoch (08.08.2012) fuhren beide ein Stück hinter der Weltspitze her: Brethauer kam auf Platz 19, während Baier unter 32 Fahrern 29. wurde.

Und vielleicht werden dann auch die Trainingsbedingungen verbessert. Denn die Sportler müssen immer ins Ausland, um wettkampfgerechte Bedingungen vorzufinden. "Eigentlich hat jedes Land eine Strecke in Europa ­– außer Deutschland. Stellen Sie sich vor, Sie trainieren Beachvolleyball im Sandkasten. So sind unsere Trainingsbedingungen im Vergleich zu den internationalen Konkurrenten." Führende Nationen im BMX-Race sind die USA, die Niederlande, Australien, Frankreich und Lettland mit dem aktueller Olympiasieger.

BMX-Rennen in Peking 2008. Foto: sampics Photographie

BMX-Rennen sind spektakulär und damit attraktiv für die Zuschauer

Von 0 auf 60 km/h in zwei Sekunden

Das Rennen dauert nur etwa 40 Sekunden. Dabei ist die rund 430 Meter lange Strecke von Wettkampf zu Wettkampf immer anders gestaltet. Mal sind es asphaltierte Kurven, dann Kurven mit Pflastersteinen. Mal kommt der Sprung direkt nach dem Start, mal zehn Meter entfernt. Vier Fahrer starten gleichzeitig, insgesamt haben es 32 Fahrer nach London geschafft. Ähnlich wie beim Ski-Cross können sie sich auch gegenseitig behindern und abdrängen. Und es gehe sofort zur Sache, erklärt Luis Brethauer: "Nach unserem Start kommen wir in knapp zwei Sekunden auf 60 km/h. Das ist so schnell wie ein recht sportlicher Sportwagen." Bis zu 70 km/h werden die kleinen Fahrräder schnell.

Schürfwunden, Schlüsselbeinbrüche und Prellungen gehören zum Alltag. Doch die Sportler lieben den Kick. "Komprimierte Action" nennt es Brethauer. Es sei genau das, was man heutzutage sehen wolle: Action und Spannung pur.

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