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Sport

Deutscher Zittersieg gegen Mazedonien

In einem wahren Krimi haben sich die deutschen Handballer bei der EM in Serbien gegen Mazedonien knapp durchgesetzt. Durch den schon fast überlebenswichtigen Sieg darf weiter von "Olympia 2012" geträumt werden.

Die deutschen Handballer feiern nach dem Sieg gegen Mazedonien (Foto: AP/dapd)

Deutscher Jubel nach dem Sieg

Die deutschen Handballer haben im Hexenkessel von Nis die Nerven bewahrt und das vorzeitige EM- und Olympia-Aus verhindert. Der Weltmeister von 2007 zitterte sich in der von Bundestrainer Martin Heuberger zum Charaktertest ausgerufenen Begegnung gegen Außenseiter Mazedonien zu einem denkbar knappen 24:23 (12:12)-Erfolg.

Damit kann das Team weiterhin aus eigener Kraft in die Hauptrunde der Europameisterschaft in Serbien einziehen und dort das Ticket für ein olympisches Qualifikationsturnier lösen. Zum Einzug in die zweite Turnierphase genügt der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Donnerstag (19.01.2012, 18.15 Uhr MEZ) gegen Rekord-Europameister Schweden ein Punktgewinn.

Ruhe bewahrt trotz aller Dramatik

Deutschlands Lars Kaufmann wirft (Foto: dapd)

Kaufmann traf am häufigsten

Bester deutscher Werfer gegen die international zweitklassigen Mazedonier war Lars Kaufmann mit sechs Toren. Den entscheidenden Treffer erzielte Uwe Gensheimer eine Minute vor dem Ende. "Die Situation war nicht einfach. Wir haben gekämpft und gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind. Daher kann ich der Mannschaft nur ein Kompliment machen", sagte ein erleichterter Heuberger, während Kaufmann erklärte: "Wir wollten ein Ausrufezeichen setzen. Das ist uns gelungen."

Schon beim Aufwärmen wurde die deutsche Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Zudem stellten die mazedonischen Anhänger ihre Deutschkenntnisse unter Beweis und sangen "Deutschland, Deutschland, auf Wiedersehen". Bei Entscheidungen der isländischen Referees gegen ihre Mannschaft zeigten die Anhänger in Rot-Gelb aber auch ihre hässliche Seite: Immer wieder warfen sie Feuerzeuge und andere Gegenstände auf das Spielfeld und provozierten damit Unterbrechungen.

Spannung bis zur Schlusssirene

Deutschlands Bundestrainer Martin Heuberger fiebert mit (Foto: dapd)

Auch Martin Heuberger zitterte

Unbeeindruckt von der Hexenkessel-Atmosphäre startete die deutsche Mannschaft in die Partie. Allerdings sorgte Bundestrainer Heuberger für eine Überraschung: Er verzichtete auf seinen Kapitän Pascal Hens und stellte stattdessen Kaufmann auf. Zudem vertraute er im Tor Carsten Lichtlein statt Silvio Heinevetter. Trotzdem demonstrierte die DHB-Auswahl mit einer schnellen 3:0-Führung (4.) die im ersten Spiel vermisste Treffsicherheit.

Zwar büßten die Deutschen beim 3:3 (7.) ihren Vorsprung wieder ein. Doch ließen sie sich davon ebenso wenig verunsichern wie vom ersten Rückstand beim 6:7 (16.). Vielmehr blieb die Mannschaft ruhig und konzentriert und ließ sich nicht aus dem Takt bringen. Als Kreisläufer Christoph Theuerkauf dem mazedonischen Schlussmann Petre Angelov beim Abwurf den Ball stibitzte und zum 11:9 (26.) traf, führte die DHB-Auswahl erstmals mit zwei Toren. Allerdings ließen sich die Mazedonier um ihren Rückraumstar Kiril Lazarov nicht abschütteln, glichen zum 12:12-Pausenstand aus und brachten die deutsche Mannschaft mit 15:17 (40.) ins Hintertreffen. Nach dem erneuten Ausgleich beim 17:17 (43.) stand die Partie bis zum Ende auf des Messers Schneide.

Abhaken und weiter kämpfen

Deutschlands Oliver Roggisch erhält die rote Karte (Foto: dapd)

Roggisch muss vom Platz

In der spannenden Schlussphase musste das deutsche Team ohne Abwehrchef Oliver Roggisch auskommen, der in der 50. Minute nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Nach dem knappen Erfolg sagte Roggisch optimistisch: "Jetzt ist der Knoten geplatzt. Wenn wir weiter so Gas geben, werden wir bei diesem Turnier noch viel Spaß haben." Bei der EM werden noch zwei Tickets für ein olympisches Qualifikationsturnier vergeben. Die DHB-Auswahl hat in ihrer Geschichte noch nie die Teilnahme an den Olympischen Spielen verpasst.

Autor: Calle Kops (sid, dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann

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