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Aktuell Afrika

Deutscher Student in Ruanda auf Ebola getestet

Er ist der erste Deutsche, der sich womöglich mit dem tödlichen Virus angesteckt hat: Ein Mann, der zuvor in Liberia war, wird in Ruanda auf der Isolierstation behandelt.

Ein Medizinstudent aus Deutschland wird wegen Verdachts auf Ebola in einem Krankenhaus in der ruandischen Hauptstadt Kigali untersucht. Der Mann liege mit Symptomen, die typischerweise bei der hochgefährlichen Viruserkrankung auftreten, auf einer Isolierstation (Symbolbild). Das bestätigte Gesundheitsministerin Agnes Binagwaho im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Deutsche war mit Fieber eingeliefert worden. Zuvor hatte er sich einige Tage in Liberia aufgehalten, das in der vergangenen Woche wegen der Seuche den Notstand ausgerufen hatte. Im zentralafrikanischen Ruanda gab es bis dahin noch keinen Verdachtsfall.

Internationales Labor eingeschaltet

Bei dem Studenten sei eine Malaria-Infektion festgestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Test auf Ebola erfolge, um "hundertprozentig sicher" zu sein. Proben seien an ein internationales Labor geschickt worden. Die Ergebnisse sollen binnen zwei Tagen vorliegen.

Sowohl bei Malaria als auch bei Ebola können Symptome wie Fieber und Durchfall auftreten. Viele der in den vergangenen Tagen weltweit registrierten Verdachtsfälle gingen auf Malaria zurück.

Gottesdienst ohne Händedruck

In Westafrika breitet sich die Ebola-Seuche immer weiter aus. Ein neuer Fall wird aus Nigeria gemeldet, wo sich eine Krankenschwester in der Hauptstadt Lagos angesteckt hat. Damit ist die Zahl der in diesem Land bestätigten Ebola-Fälle auf zehn gestiegen. Katholiken in Nigeria sollen sich wegen der Ansteckungsgefahr im Gottesdienst nicht mehr die Hand geben. Der Erzbischof von Lagos habe die Pfarrer angewiesen, bis auf weiteres auf dieses Friedensritual bei der Messe zu verzichten, berichtet die Zeitung "Premium-Times".

Aus Sorge vor der Ausbreitung der Epidemie hat nun auch die Elfenbeinküste alle Flüge in die betroffenen Staaten untersagt. Ebenso dürften von dort keine Passagiere mehr ins eigene Land geflogen werden, teilte die Regierung mit. Die Kontrollen am Flughafen der Wirtschaftsmetropole Abidjan würden verstärkt.

Internationaler Gesundheitsnotfall

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Seuche am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Nach Angaben der WHO haben sich bislang mindestens 1700 Menschen mit dem Virus infiziert, fast 1000 sind daran gestorben. Die WHO prüft nun auch den Einsatz experimenteller Wirkstoffe. Medizin-Ethiker beraten derzeit über den Einsatz von Präparaten, die noch nicht hinreichend in klinischen Versuchen getestet und daher bis jetzt nicht zugelassen sind. Erste Ergebnisse sollten am Dienstag bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

jj/kle (dpa, epd, afp)