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Fußball

Deutscher Showdown am letzten Spieltag

Alle drei deutschen Mannschaften können am letzten Gruppenspieltag der Champions League noch den Einzug ins Achtelfinale schaffen. Wolfsburg vergab in Moskau den ersten Matchball, Bayern und Stuttgart gewannen.

ZSKA Moskaus Spieler Pavel Mamaev (li.) und der Wolfsburger Sascha Riether im Zweikampf am Boden (Bild: AP/Ivan Sekretarev)

Wolfsburger Bruchlandung in Moskau

Bayern-Trainer Louis van Gaal während des Champions League Spiels zwischen dem FC Bauern und Maccabi Haifa (Bild: AP/Matthias Schrader)

Den Kopf nochmal aus der Schlinge gezogen: van Gaal

Der FC Bayern bekommt sein Endspiel. Dank des ersten Heimsiegs in dieser Champions League-Saison und der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux ist die Entscheidung zumindest um zwei Wochen vertagt.

So wurde das letzte Spiel von Uli Hoeneß als Manager und das letzte von Franz Beckenbauer als Präsident nicht auch noch zum Abschiedsspiel für Bayern-Trainer Louis van Gaal. Denn ein Scheitern bereits in der Gruppenphase würden sie dem Niederländer wohl nicht verzeihen.

Van Gaal hatte vor der Partie gegen Maccabi Personalsorgen – vor allem in der Offensive. Denn neben den langzeitverletzten Ribery und Robben fielen auch noch der im Abschlusstraining am Arm lädierte Miroslaw Klose und Weltmeister Luca Toni aus. Letztgenannter allerdings aus disziplinarischen Gründen, denn der Italiener hatte dem Unmut über sein Verhältnis zum Bayern-Trainer öffentlich Luft gemacht und war daraufhin aus dem Kader verbannt worden.

Hilfe aus Bordeaux

Bayernspieler Ivica Olic (re.) und Shai Maymon von Haifa im Zweikampf (Bild: AP/Christof Stache)

Da kam Olic (re.) noch zu spät, später krönte er seine Leistung mit dem 1:0

So konnte Toni von der Tribüne aus die harmlosen Versuche seiner Mannschaftskameraden gegen biedere Israelis beobachten. Einzig Nationalstürmer Mario Gomez hatte im ersten Durchgang zwei nennenswerte Chancen, verpasste aber jeweils knapp.

Nach dem Wechsel erhöhten die Bayern den Druck, kamen aber gegen sich leidenschaftlich in die Schüsse werfende Israelis zu keinen nennenswerten Möglichkeiten. Erst als per Stadionlautsprecher der Zwischenstand in Bordeaux publik wurde, schöpften die Münchener neuen Mut. Und so dauerte es nur wenige Minuten, bis die 58.000 Zuschauer im dritten Heimspiel der Königsklasse endlich den ersten Treffer bejubeln durften. Gomez schoss aus 20 Metern, Torwart Nir Davidovitch konnte nur zur Seite abklatschen und Ivica Olic staubte zum erlösenden 1:0 ab (62.).

Das Team von van Gaal verpasste es, den Vorsprung auszubauen und musste so bis zur letzten Minute um seinen Showdown in Turin bangen. Aber es blieb beim 1:0. Es war kein beeindruckender Sieg, aber ein wichtiger. Van Gaal scheint bescheiden geworden. "Ich denke, das war eines unserer besten Spiele bisher. Ich bin sehr zufrieden", sagte er nach der Partie. Die Trainerdiskussion wird wohl erst verstummen, wenn mit "Rob" und "Rib", also mit Robben und Ribery, die Spielfreude zurückkommen sollte und die Bayern das Wunder von Turin schaffen sollten.

Wolfsburger Einbruch in der zweiten Halbzeit

Wolfsburgs Edin Dzeko (li.) und Obafemi Martins bejubeln das 1:0 (Bild: AP/Misha Japaridze)

Da jubelten sie noch: Torschütze Dzeko und Vorbereiter Martins

Dem VfL Wolfsburg hätte schon ein Punkt bei ZSKA Moskau gereicht, um ins Achtelfinale vorzudringen. Und die Wolfsburger waren auch nur eine gute halbe Stunde vom vorzeitigen Weiterkommen entfernt. Aber es wurde eine schlechte halbe Stunde. Und der VfL verlor doch noch mit 1:2.

Bereits mit der ersten Möglichkeit des Spiels hatten die Wolfsburger den Treffer erzielt, der das Tor zum Achtelfinale weit aufstieß. Obafemi Martins spielte steil auf den nicht im Abseits wartenden Edin Dzeko, und der vollendete aus spitzem Winkel in der 19. Minute zum 1:0. In der Folge beschränkte sich Wolfsburg darauf, den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen, was auch weitgehend gelang. Und wurde es ausnahmsweise mal brenzlig vor dem Tor, dann war Verlass auf Torhüter Diego Benaglio, der sich mit einigen Reflexen auszeichnen konnte.

Benaglio verhindert Schlimmeres

Aber unerklärlicher Weise ließen die Wolfsburger in der zweiten Halbzeit so sehr nach, wie sich ZSKA steigerte. Es schien nur eine Frage der Zeit, wann Moskau den Ausgleich erzielen würde. Immer und immer wieder rettete Benaglio. In der 58. Minute war aber auch er machtlos. Die Abwehr nahm sich eine kurze Auszeit, und Necid köpfte freistehend aus kurzer Distanz zum 1:1. Nach diesem verdienten Gegentor zeigte die gesamte Mannschaft taktische Auflösungserscheinungen. So auch beim Treffer der Russen zum 2:1. Keiner der in dieser Situation zahlreich vorhandenen Abwehrspieler griff Milos Krasic an, der aus 28 Metern abzog und den Ball neben den rechten Pfosten platzierte (66.).

Auch wenn bei den Moskauern in der Schlussphase die Kräfte nachließen, fand Wolfsburg seine Ordnung nicht wieder. Einzig Benaglio verhinderte eine höhere Niederlage. "Wir haben die Riesenchance verpasst, den Sack zuzumachen. Dabei hatten wir alles im Griff", sagte ein frustrierter Trainer Armin Veh.

Damit muss sein Team im letzten Gruppenspiel am 8. Dezember gegen Manchester United gewinnen, um sicher in die Playoff-Runde einzuziehen. Moskau spielt dann als direkter Konkurrent bei Besiktas Istanbul.

Stuttgart glänzt in Glasgow

Stuttgarts Sebastian Rudy jubelt nach seinem 1:0 gegen die Glasgow Rangers (Bild: AP/Scott Heppell)

Der jugendliche Matchwinner Sebastian Rudy

Bereits am Dienstag hatte der VfB Stuttgart im Ibrox Park von Glasgow eine beeindruckende Leistung gezeigt. Nach neun sieglosen Spielen in Serien gewannen die Schwaben bei den Rangers verdient mit 2:0. "Wir müssen endlich mal mit 1:0 in Führung gehen", hatte Stuttgarts Trainer Markus Babbel vor der Partie gefordert. Denn vor allem die mangelhafte Chancenauswertung der letzten Wochen hatte den VfB in die aktuelle Krise gestürzt. Und diese Vorgabe beherzigte der Jüngste im Team: Sebastian Rudy, 19 Jahre alt.

Er behielt im Strafraum die Nerven und schob einen Querpass ein: Sein erster Champions League-Treffer in seinem zweiten Champions League-Spiel (16. Minute). "Das war eine klasse Mannschaftsleistung. Jeder hat für jeden gekämpft", wehrte Rudy später jedes Lob ab.

Endspiel gegen Urziceni

Rudy war es auch, der den zweiten Treffer vorbereitete: Flanke von rechts, Tor Kuzmanovic (59.) - die Entscheidung. Ein Novum für die Stuttgarter, die im laufenden Wettbewerb noch nie mehr als ein Tor pro Partie erzielt hatten. Der VfB Stuttgart zeigte das beste Spiel der letzten Wochen. "Von der ersten Minute an waren wir hellwach", lobte Teamchef Babbel. "Es freut mich für die Jungs, dass sie sich heute endlich einmal belohnt haben."

Im zweiten Spiel der Gruppe G gewann der rumänische Verein Unirea Urziceni mit 1:0 gegen Sevilla und liegt weiter vor Stuttgart auf dem begehrten zweiten Platz. Im letzten Gruppenspiel kommt es also im zum direkten Duell um das Achtelfinale. Stuttgart braucht einen Sieg, Urziceni genügt ein Unentschieden.

Liverpool ausgeschieden

Die größte Überraschung gab es in Gruppe E: Der FC Liverpool ist ausgeschieden. Dem Champion von 2005 nutzte auch ein 1:0-Sieg bei VSC Debreceni nichts, weil mit dem 1:0-Sieg des AC Florenz gegen Olympique Lyon die beiden Achtelfinal-Teilnehmer aus der Gruppe E bereits feststehen.

Die Ergebnisse des 5. Spieltages der Champions League:

Gruppe A:

Girondins Bordeaux - Juventus Turin 2:0 (0:0)

Bayern München - Maccabi Haifa 1:0 (0:0)

Gruppe B:

ZSKA Moskau – VfL Wolfsburg 2:1 (0:1)

Manchester United - Besiktas Istanbul 0:1 (0:1)

Gruppe C:

Real Madrid - FC Zürich 1:0 (1:0)

AC Mailand - Olympique Marseille 1:1 (1:1)

Gruppe D:

FC Porto - FC Chelsea 0:1 (0:0)

APOEL Nikosia - Atletico Madrid 1:1 (1:0)

Gruppe E:

Debreceni VSC - FC Liverpool 0:1 (0:1)

AC Florenz - Olympique Lyon 1:0 (1:0)

Gruppe F:

FK Rubin Kasan - Dynamo Kiew 0:0 (0:0)

FC Barcelona - Inter Mailand 2:0 (2:0)

Gruppe G:

Unirea Urziceni - FC Sevilla 1:0 (1:0)

Glasgow Rangers – VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Gruppe H:

AZ Alkmaar - Olympiakos Piräus 0:0 (0:0)

FC Arsenal - Standard Lüttich 2:0 (2:0)

Bereits für das Achtelfinale qualifiziert:

FC Chelsea

Manchester United

FC Arsenal

Olympique Lyon

Girondins Bordeaux

FC Sevilla

AC Florenz

FC Porto

Bericht: Tobias Oelmaier
Redaktion: Sarah Faupel

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