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Aktuell Asien

Deutscher NATO-General fordert Luftschläge gegen Taliban

Hans-Lothar Domröse, der zweithöchste deutsche Kommandeur bei der NATO, hält die Lage am Hindukusch für "ernüchternd". Die Afghanen benötigten daher mehr militärische Hilfe von der Allianz.

"Robuste Beratung, würde ich sagen, brauchen wir", erklärte Domröse am Rande einer Militärübung der NATO im spanischen Saragossa. Konkret forderte er die Möglichkeit von Luftangriffen gegen die radikal-islamischen Taliban und die Weitergabe von Aufklärungsbildern an die afghanischen Sicherheitskräfte.

Dabei gehe es vor allem um kritische High-Tech-Fähigkeiten, im NATO-Jargon "Enabler" genannt, die den Afghanen fehlten. So sei die afghanische Luftwaffe noch sehr schwach, zudem verfüge die Armee bei weitem nicht über die Aufklärungserkenntnisse, die etwa durch den Einsatz von Drohnen gewonnen würden.

Afghanistan könnte Rückzugsort für IS werden

"Das ist auch eine Moralfrage", betonte Domröse. Wenn die NATO Aufklärungsbilder habe, diese den Afghanen nach den bisherigen Regeln aber nicht weitergeben könne, "dann muss man überlegen, ob das fair ist mit unseren afghanischen Brüdern, mit denen wir 14, 15 Jahre Seite an Seite arbeiten und kämpfen und leiden".

Möglicherweise müsse man die Hilfe im Rahmen des NATO-Einsatzes "Resolute Support" noch einmal überdenken, erklärte der deutsche General. Die Afghanen müssten dringend gestärkt werden.

"Die Lage ist ernüchternd", so Domröse. "Sie ist nicht so stabil, wie wir es uns erhofft haben". Zudem bestehe die Gefahr, dass die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan einen Rückzugsort finde.

Derzeit nur Ausbildungseinsatz

Die NATO wird ihren Einsatz am Hindukusch wegen der verschlechterten Sicherheitslage wohl verlängern. Unklar ist aber, ob auch der Einsatz an sich verändert wird.

Seit Anfang des Jahres sind die mehr als 10.000 NATO-Soldaten, darunter knapp 700 Deutsche, nur noch zur Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte am Hindukusch. Der internationale Kampfeinsatz endete 2014.

Zuletzt schockierte die zeitweilige Eroberung der Stadt Kundus durch die radikalislamischen Taliban die internationale Gemeinschaft. Es war einer der größten Erfolge der Taliban seit ihrem Sturz 2001.

gri/se (rtr, dpa)