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Kultur

Deutscher Nationalpreis für Neil MacGregor

Der Brite wird für seine Verdienste um die deutsche Kultur ausgezeichnet. Ende 2015 übernimmt er überdies die Gründungsintendanz des Berliner Schlosses.

Die Ehrungen für den Briten reißen derzeit nicht ab: In der deutschen Hauptstadt bekam Neil MacGregor jetzt den mit 50.000 Euro dotierten Deutschen Nationalpreis überreicht. Demnächst erhält er die Goethe-Medaille. Auch in der Vergangenheit durfte sich der 1946 in Glasgow geborene MacGregor schon über Preise und Auszeichnungen aus Deutschland freuen. 2010 hatte er den Folkwang-Preis des Museums in Essen bekommen, vor kurzem auch den Friedrich-Gundolf-Preis der Akademie für Sprache und Dichtung.

Preis für eine Ausstellung

Der Deutsche Nationalpreis wird ihm vor allem für die Einrichtung der Ausstellung "Germany - memories of a nation" verliehen. In seiner Funktion als Direktor des "British Museum" hatte MacGregor im vergangenen Jahr die große Kunst- und Kulturschau organisiert, die sich als großer Publikumserfolg erwies. MacGregor habe sich damit in außergewöhnlicher Weise um das Verständnis Deutschlands in Großbritannien verdient gemacht, hatte es in der Begründung der Jury des Nationalpreises geheißen. Zu MacGregors Gratulanten gehörten bei der Preisverleihung auch der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler.

Neuer Posten im Herzen Deutschlands

Den Posten als Direktor des in London ansässigen "British Museum" gibt MacGregor Ende des Jahres auf. Der Brite wird sich dann um die neue kulturelle Mitte Berlins kümmern. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Horst Bredekamp und dem Archäologen Hermann Parzinger übernimmt er die Gründungsintendanz des Berliner Humboldt-Forums, das im Berliner Schloss seinen Platz erhält. Das völlig neu gebaute Schloss, das sich an dem historischen Vorbild an gleicher Stelle orientiert, konnte vor kurzem Richtfest feiern.

Deutschland Verleihung des Deutschen Nationalpreises an Neil MacGregor

Neil MacGregor (m.) mit Horst Köhler und Monika Grütters

Fundierte Erfahrungen als Kurator und Wissenschaftler

Wie kaum ein zweiter Museumsfachmann dürfte MacGregor geeignet sein, den Aufbau der dort geplanten Sammlungen zu organisieren. Der Brite bringt reichlich Erfahrungen als Museumsleiter mit. Vor seiner Zeit als Chef des "British Museum" war er Direktor der "National Gallery" in der englischen Hauptstadt. Dazu lehrte er an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen, gab Fachmagazine heraus und schrieb populäre Bücher über Kunst und Kultur. In Deutschland entwickelte sich zum Beispiel die Übersetzung seines Bandes "A History of the World in 100 Objects" zu einem der beliebtesten Sachbücher.

Vielfältige Beziehungen zu Deutschland

MacGregors hatte stets einen guten Draht zu Deutschland und den Deutschen. In Oxford studierte er unter anderem Deutsch. Die Ausstellung "Germany - memories of a nation" in London wurde auch von vielen Deutschen besucht - so auch von Kanzlerin Angela Merkel. Die vielen Preise und Ehrungen für den Briten sind Zeichen dieses Bemühens um kulturellen Austausch. Auch die Goethe-Medaille erhält MacGregor am 28. August für seine Verdienste um Kulturaustausch zwischen beiden Nationen.

Die Laudatio des Deutschen Nationalpreises auf Neil MacGregor in der Französischen Friedrichstadtkirche hielt Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

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