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Wirtschaft

Deutscher Mindestlohn eher niedrig

Viele EU-Länder haben ihre Mindestlöhne angehoben - im Schnitt um 4,6 Prozent. Deutschland bislang noch nicht. Dabei ist der hiesige Mindestlohn eh schon niedrig im Vergleich zu dem in anderen westeuropäischen Ländern.

Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten ist der Mindestlohn in Deutschland laut einer Untersuchung eher niedrig. Der deutsche Mindestlohn liege mit 8,50 Euro pro Stunde unter den Lohngrenzen der übrigen westeuropäischen Staaten, die allesamt deutlich über neun Euro vorsähen, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf.

In den westeuropäischen Ländern rangieren die Lohnuntergrenzen zwischen 8,50 Euro in Deutschland und 11,12 Euro in Luxemburg. Im benachbarten Frankreich beträgt der Mindestlohn demnach 9,67 Euro, in den Niederlanden 9,36 Euro, in Irland 9,15 und in Belgien 9,10 Euro. In Großbritannien müssen umgerechnet mindestens 9,23 Euro gezahlt werden.

Die Statistiker haben nicht nur die absolute Höhe des Mindestlohns in Euro berücksichtigt, sondern auch die Unterschiede in der Kaufkraft. Der sogenannte Kaufkraftstandard (KKS) gibt an, welcher Summe der Mindestlohn entsprechen würde, wenn alle Länder dasselbe Preisniveau hätten wie Deutschland.

Die südeuropäischen EU-Staaten haben Untergrenzen zwischen 3,19 Euro in Portugal und 4,20 Euro auf Malta. Etwas darüber liegt Slowenien mit 4,57 Euro je Stunde. In den meisten anderen mittel- und osteuropäischen Staaten sind die Mindestlöhne noch deutlich niedriger. Allerdings hätten diese Länder im Vergleich zu den anderen EU-Staaten beim Lohnniveau mittlerweile aufgeholt, erklärten die Wissenschaftler.

In vielen Ländern wurden Mindestlöhne angehoben

Der Untersuchung zufolge haben 22 von 28 Mitgliedsstaaten der EU einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. 17 von ihnen hätten ihre Lohnuntergrenze zum Jahreswechsel angehoben. "Die Erhöhungen fielen mit durchschnittlich 4,6 Prozent stärker aus als 2014 und waren deutlich kräftiger als in den krisengeprägten Jahren zuvor", hieß es in der Untersuchung. "Da gleichzeitig die Inflation sehr niedrig war, legten die Mindestlöhne in den meisten EU-Ländern auch real deutlich zu."

Der erst vor gut einem Jahr eingeführte Mindestlohn in Deutschland von 8,50 Euro je Stunde blieb unangetastet. In den kommenden Monaten entscheidet aber die Mindestlohn-Kommission über eine Erhöhung. Basis dafür sind die jüngsten Tarifabschlüsse. Die Lohnuntergrenze könnte ab Januar 2017 um 30 Cent auf 8,80 Euro steigen.

iw/wen (epd, rtr)

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