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Aktuell Europa

Deutscher IS-Extremist droht mit Anschlägen

Der Berliner Cuspert gilt als der bekannteste Deutsche, der sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlosssen hat. In einem Video ruft er zu Anschlägen auf. Innenminister de Maizière bleibt gelassen.

In dem dreiminütigen Video, aus dem "Spiegel Online" zitierte, fordert Dennis Cuspert Anhänger des IS zu Attentaten nach dem Vorbild der Terroranschläge in Paris vom Januar auf. Bei der Aufnahme handele es sich um ein sogenanntes Kampf-Naschid, ein Lied, in dem die Taten der Dschihadisten verherrlicht werden, berichtete das Internet-Portal. In dem Lied drohe Cuspert, der einst als sogenannter Gangsta-Rapper mit dem Künstlernamen Deso Dogg bekannt wurde, mit Anschlägen in Deutschland. Wörtlich singe er: "In Frankreich folgten Taten, die deutschen Schläfer warten."

Anspielungen auf Anschläge in Paris

In dem Video seien Aufnahmen der Attentäter von Paris zu sehen, die Anfang Januar in der französischen Hauptstadt Anschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt verübt und 17 Menschen getötet hatten, heißt es bei "Spiegel online" weiter. IS-Anhänger in Europa sollten es ihnen nachtun.

De Mazière: Drohung wird geprüft

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigte sich unbeeindruckt von der Drohung und riet davon ab, ihr zu viel Bedeutung beizumessen. "Es gibt viele solcher Drohungen im Internet, öffentlich, nicht öffentlich", sagte der CDU-Politiker in Berlin. "Manche sind auch auf Öffentlichkeit angelegt, wie diese hier." Solche Drohungen würden auf ihre Belastbarkeit geprüft.

"Wir können aber nicht allein deswegen, weil jemand meint, er macht eine solche Drohung öffentlich, es deswegen ernster nehmen, als wenn es nicht öffentlich ist, erklärte de Maizière.

Cuspert, der sich mittlerweile Abu Talha al-Almani nennt, gilt als einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Islamisten. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes hat er sich spätestens im April 2014 dem IS in Syrien angeschlossen. Bereits Jahre zuvor soll er sich religiös radikalisiert, Deutschland zunächst im Jahr 2012 in Richtung Ägypten verlassen haben und dann Anfang 2013 weiter nach Syrien gereist sein. Der gebürtige Berliner trat bereits in mehreren IS-Propagandavideos auf. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen gegen ihn.

wl/uh (afp, dpae)