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Sport

Deutscher Handball am Abgrund

Auch im letzten WM-Gruppenspiel haben Deutschlands Handballer eine desaströse Leistung gezeigt und gegen Norwegen verloren. Damit spielt Deutschland nur um Platz elf; die Chancen auf Olympia sind in weite Ferne gerückt.

Sebastian Preiss gestikuliert. (Foto: Axel Heimken/dapd)

"Das tut weh, das ist sehr bitter," erklärte der konsternierte Bundestrainer Heiner Brand. Die 21. WM-Teilnahme einer deutschen Handball-Nationalmannschaft ist zu einem Debakel geraten. War zu Beginn der WM in Schweden noch das Halbfinale als Ziel ausgegeben, so kämpfte Deutschland am Ende nur noch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Nach dem 25:35 (13:17) im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen ist jedoch auch das Minimalziel geplatzt. Statt um den benötigten Platz sieben spielen die deutschen Handballer nun am Donnerstag (27.01.2011) gegen Argentinien nur um Platz elf. "Wir müssen uns darum kümmern, wieder auf die Beine zu kommen", sagte Torwart Oliver Bitter, der im Gegensatz zu seinen Vorderleuten über weite Strecken eine sehr gute Leistung bot. "Wir haben eine Mannchaft, die noch im Aufbau ist, die noch jung ist. Trotzdem haben wir uns andere Ziele gesetzt, das tut weh."

Zwischen Euphorie und Desaster

Bundestrainer Heiner Brand (Foto: Axel Heimken/dapd)

Nachdenklich bis frustiert: Der deutsche Handball-Bundestrainer Heiner Brand

Die vor der WM von Bundestrainer Heiner Brand zusammengestellt Mannschaft sollte den Neubeginn schaffen, erfahrene Spieler den jungen helfen. Dies gelang auch bei einigen Spielen. Der Knackpunkt: Das Vorrunden-Spiel gegen Spanien. 50 Minuten hatte Deutschland das Spiel im Griff, doch am Ende gewann Spanien und das Turnier nahm einen dramatischen Verlauf. Die 23:30-Niederlage gegen Frankreich zeigte deutlich einen Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften, erst mit dem Sieg gegen Tunesien sicherte sich Deutschland die Teilnahme an der Hauptrunde. Dort vergaben die völlig unkonzentriert aufspielenden Deutschen gegen Ungarn in der Hauptrunde die vorzeitige Möglichkeit für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen, gegen Norwegen kassierten sie abschließend eine weitere deutliche Niederlage.

Während es für Deutschland sportlich um nichts mehr geht, trifft Titelverteidiger Frankreich im Halbfinale der Handball-WM auf Gastgeber Schweden. In der zweiten Partie der Vorschlussrunde kämpfen am Freitag Dänemark und Spanien um den Einzug ins Endspiel.

Olympische Spiele in weite Ferne gerückt

"Man muss jetzt einige grundsätzliche Fragen stellen", kündigte Brand an, wollte aber nach dem schlechtesten WM-Ergebnis seiner Karriere zu seiner persönlichen Zukunft nichts sagen. Brand, der 2007 beim Gewinn der Heim-WM in Deutschland seinen größten Triumph feierte, steht schon seit 14 Jahren an der Seitenlinie, sein Vertrag läuft noch bis 2013.

Obwohl die Deutschen Platz sieben bei der WM verpasst haben, bekommen sie bei der Europameisterschaft (17.-29. Januar 2012) in Serbien noch eine Chance. Der Titelgewinner ist direkt für London qualifiziert. Um die Teilnahme spielen dürfen zudem die beiden bestplatzierten Teams, die noch nicht für Olympia oder eins der Qualifikations-Turniere feststehen.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Stefan Nestler