1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Deutscher Export setzt auf Schwellenländer

Die deutsche Exportwirtschaft ist nach den weltweiten Einbrüchen wieder auf Wachstumskurs. Lohnende Märkte sind vor allem in China, Indien, Brasilien und Russland zu finden.

Maschinenbauer an einem Dampfturbinen-Rotor (Foto: AP)

Gute Aussichten für den deutschen Maschinenbau

Die schwere Wirtschaftskrise sei vor allem eine Krise der Industriestaaten, die Schwellenländer hingegen hätten sich bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt. Das bedeute aber keinesfalls, dass die traditionellen Exportmärkte in Westeuropa und den USA vernachlässigt werden dürften. Das sagte Michael Pfeiffer, der Geschäftsführer von Germany Trade & Invest, der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing in Köln. Die so genannten BRIC-Staaten - also Brasilien, Russland, Indien, China - sowie Saudi-Arabien und die Türkei böten für deutsche Unternehmen in diesem Jahr besonders gute Chancen. China war 2009 das einzige Land, in dem der deutsche Export noch zulegen konnte. Aus Deutschland sei Hochtechnologie gefragt, sagte Pfeiffer: "Das gilt insbesondere für die Segmente Werkzeug-, Verpackungs- und Druckmaschinen sowie Metallwalzwerke. Aber auch die Hersteller von Textil- und Kunststoffmaschinen werden profitieren, weil die lokale Exportindustrie sich wieder belebt".

Attraktiver Markt Indien

Michael Pfeiffer, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest in Köln - bei einer Pressekonferenz in Köln (Foto: DW)

Michael Pfeiffer, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest

Neben China gehört nach Angaben Pfeiffers auch Indien zu den attraktivsten Exportmärkten. Die deutschen Exporte dorthin hätten sich als sehr robust erwiesen. Sie seien lediglich um fünf Prozent zurück gegangen, während weltweit im Krisenjahr 2009 Einbußen von rund 20 Prozent hingenommen werden mussten. Der Subkontinent wolle in den nächsten Jahren allein in die Infrastruktur des Landes rund 200 Milliarden US-Dollar investieren. Darüber hinaus wachse, wie in China, auch der Bedarf an Umwelt- und Recyclingtechnik. Interessant sei, so Pfeiffer, dass gerade die Länder, die starke Staatswirtschaften hatten, wie beispielsweise China und Russland, hier deutliche Akzente setzen wollten.

Die Umweltschutztechnik ist mittlerweile eines der wichtigsten Standbeine der deutschen Exportwirtschaft. Hinzu kommt, das geht aus der Analyse von Germany Trade & Invest hervor, dass immer mehr ausländische Unternehmen aus der Branche sich für den Standort Deutschland interessieren: "Investoren kommen nach Deutschland und treten dann von hier aus auch auf internationalen Märkten auf", so Geschäftsführer Pfeiffer. Deutschland sei bekannt dafür, dass es auf diesem Sektor die Nase vorn habe.

Infografik Deutschlands Top-Exportmärkte. (Infografik DW)

Impulse durch Brasiliens Bauwirtschaft

Brasilianischer Fußballer Ronaldo (Foto: AP)

Sportliche Großereignisse in Brasilien locken Investoren an

Die wenig exportabhängige brasilianische Wirtschaft habe sich von der Krise recht unbeeindruckt gezeigt. Dort gäben schon die Fußball-WM von 2014 und die Olympischen Spiele von 2016 Impulse für die Bauwirtschaft. Dank seines ehrgeizigen Modernisierungsprogramms eröffne auch Russland wieder attraktive Möglichkeiten für exportorientierte Unternehmen, so Pfeiffer weiter. Maschinen und Anlagen seien gefragt. Saudi-Arabien setze weiter mit Milliardeninvestitionen auf die industrielle Entwicklung – um die Abhängigkeit vom Öl zu verringern. Und für deutsche Maschinenbauer gibt es nach der Untersuchung von Germany Trade & Invest künftig auch gute Geschäfte in der Türkei. Das Land sei in den vergangenen Jahren ein sehr stabiler Partner gewesen. In diesem Jahr werde in der Türkei mit einem Wirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent gerechnet.

Wachstumschancen in Afrika

In der gesamten Region Afrika-Nahost, so Pfeiffer, böten sich hervorragende Wachstumschancen. So solle in Ägypten die Automobilbranche gestärkt werden. Und Libyen verzeichne Steigerungen deutscher Einfuhren im zweistelligen Bereich. "Für deutsche Firmen ist Nordafrika sehr interessant, da sind wir auch sehr aktiv. Und wir sind aktiv in Südafrika", sagte der Geschäftsführer von Germany Trade & Invest. In Südafrika stehe die Fußball Weltmeisterschaft in diesem Jahr an. Wenn es Südafrika gelinge, mit dieser Fußball WM eine ähnlich positive Atmosphäre zu schaffen, wie es Deutschland bei der Fußball WM 2006 gelungen sei, dann werde das für deutsche Unternehmen ein Grund mehr sein, wieder stärker in Afrika zu investieren.

Autorin: Monika Lohmüller

Redaktion: Klaus Ulrich