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Wissen & Umwelt

Deutscher CO2-Ausstoß steigt leicht

Deutschland kommt beim Klimaschutz nicht wie gewünscht voran. Um die Regierungsziele zu erreichen, müsste der CO2-Ausstoß pro Jahr um etwa drei Prozent sinken. 2015 stiegen die CO2-Emissionen jedoch leicht an.

Deutschland will bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. 2015 wurde eine Reduktion nach vorläufigen Berechnungen jedoch nicht erreicht. Nach

Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB)

gibt es gar einen leichten Anstieg der CO2-Emissionen. Der Zuwachs läge im Wesentlichen an der kühlen Witterung gegenüber dem sehr milden Vorjahr und dem damit verbundenen höheren Energieverbrauch für die Gebäudeheizung. Zieht man den Witterungseffekt jedoch ab, sieht die Bilanz etwas positiver aus. "Temperaturbereinigt liegen die CO2-Emissionen um etwa zwei Prozent unter dem Vorjahreswert", heißt es im aktuellen Bericht zum Energieverbrauch in Deutschland.

Erneuerbare Energien bremsen CO2-Emissionen

Nach Angaben der AGEB stieg der Energiebedarf in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent. Neben der kühleren Temperaturen seien hierfür auch der Bevölkerungszuwachs um rund 1,2 Prozent und ein Plus von 1,8 Prozent bei der Konjunkturentwicklung verantwortlich. Ein erheblicher Anteil dieses Verbrauchzuwachses konnte nach Angaben von AGEB durch den Zuwachs von Erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Wäre dieser zunehmende Energiebedarf vor allem mit fossilen Energien gedeckt worden, lägen die CO2-Emissionen höher.

Kohlekraft für Klimaschutz ein Problem

Im Stromsektor kommt der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland weiter voran. Nach Angaben der AGEB liegt ihr Anteil an der Stromerzeugung bei 30 Prozent. Einen großen Schub gab es 2015 vor allem durch den zügigen Ausbau der Windenergie, ihr Anteil an der Stromerzeugung liegt schon bei 13 Prozent. Der Ausbau der Solarkraft hinkt inzwischen jedoch stark den Regierungszielen hinterher. die solare Stromerzeuung konnte so im Vergleich zum Vorjahr nur um sieben Prozent gesteigert werden, ihr Anteil am Strommix liegt bei sechs Prozent.

Fortschritte gab es in Deutschland auch beim beschlossenen Atomausstieg. Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld ging nach 34 Betriebsjahren planmäßig im Juni vom Netz, der Anteil der Atomenergie am Strommix sank gegenüber dem Vorjahr entsprechend um sechs Prozent. Die letzten acht Atomkraftwerke sollen bis 2022 geschlossen werden.

Problematisch bleibt für Deutschland jedoch der Kohlestrom aus den besonders klimaschädlichen Braun- und Steinkohlekraftwerken. Sie verursachen rund 28 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.

Der Anteil der Kohlekraft am Strommix ist in Deutschland noch hoch und liegt bei 42 Prozent. Eine beachtliche Menge des so erzeugten Stroms fließt inzwischen in die deutschen Nachbarländer. Hauptabnehmer sind vor allem die Niederlande, danach folgen nach

Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme

Österreich, Schweiz, Frankreich und Polen.

Keine CO2-Reduktion beim Straßenverkehr

Nach Angaben der Statistiker gibt es weiterhin keine Trendwende beim CO2-Auststoß im Verkehr. Im Gegenteil: Gegenüber dem Vorjahr stieg der Verbrauch von Diesel und Benzin um insgesamt zwei Prozent und damit die entsprechenden CO2-Emissionen. Auch im Flugverkehr gibt es so gut wie keine positiven Entwicklungen für den Klimaschutz. Der Absatz von Kerosin in Deutschland und die diesbezüglichen CO2-Emissionen sanken im Vergleich zum Vorjahr laut AGEB um nur 0,3 Prozent.

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