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Fußball

Deutscher "Auswärtssieg" in Berlin

Mehr türkische als deutsche Zuschauer waren im ausverkauften Berliner Olympiastadion mit dabei. Doch davon unbeeindruckt holte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen überzeugenden 3:0-Sieg gegen die Türkei.

Thomas Müller gratuliert Mesut Özil zu seinem Treffer zum 2:0. (Foto: AP)

Müller (r.) gratuliert Özil zu seinem Treffer zum 2:0

Es war der erwartet heiße Tanz, das Europameisterschafts-Qualifikationsspiel gegen die Türkei im Berliner Olympiastadion. Südländische Atmosphäre und Missfallensbekundungen gegen den deutschen Nationalspieler Mesut Özil prägten die Stimmung. Für den türkischstämmigen Nationalspieler im Trikot der DFB-Elf war es wahrlich kein Heimspiel in der Bundeshauptstadt. Bei jeder Ballberührung wurde Özil von den türkischen Fans ausgepfiffen. Allerdings verunsicherten die Buhrufe den Profi von Real Madrid nur kurz, dann schlug der Ex-Bremer zu. Zusammen mit Miroslav Klose schoss er Deutschland zum Sieg.

Das mit 74.000 Zuschauern ausverkaufte Berliner Olympiastadion war fest in türkischer Hand. (Foto: AP)

Das mit 74.000 Zuschauern ausverkaufte Berliner Olympiastadion war fest in türkischer Hand

Matchwinner Klose und Özil

Der in der Bundesliga seit einem halben Jahr torlose Bayern-Stürmer Klose leitete den verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg im umkämpften Spitzenspiel gegen die Türkei ein (42.) und sorgte mit seinem 57. Tor im Nationaltrikot auch für den Schlusspunkt (87.). Den zweiten Treffer erzielte Özil (79.), als Sohn türkischer Eltern so etwas wie der "verlorene Sohn" der Türken. Aus Respekt vor den Menschen aus dem Land seiner Vorfahren jubelte der Mittelfeldakteur nach seinem dritten Tor für Deutschland aber nur ganz still. "Es beeindruckt, wie die Mannschaft im Moment spielt", sagte Kapitän Philipp Lahm stolz und bilanzierte: "Neun Punkte aus drei Spielen und nun auch den stärksten Gegner geschlagen: Das war ein perfekter Start, mehr ist nicht drin. Nun müssen wir am Dienstag nachlegen."

Bayern-Spieler brillierten im Nationaldress

Miroslav Klose (r.) sorgt per Kopf für das wichtige Führungstor. (Foto: AP)

Klose (r.) sorgt per Kopf für das wichtige Führungstor

Das Führungstor der DFB-Elf in der 42. Minute war Balsam für die zuletzt geschundene Fußballer-Seele der Profis von Bayern München, die mit einer Dreierkombination alleine verantwortlich für den Treffer waren: Einen Kopfball von Thomas Müller nach Flanke von Lahm lenkte Türken-Keeper Volkan Demirel an die Latte und den Pfosten, Klose verwertete den Abpraller aus kurzer Distanz. Der zweitbeste Torschütze der deutschen Länderspiel-Geschichte überflügelte mit seinem 104. Einsatz Franz Beckenbauer und ist nun alleiniger Vierter der ewigen Bestenliste der Rekordnationalspieler. "Wenn man sich die Namen Klose und Beckenbauer ansieht, da ist schon noch ein Unterschied", sagte Klose bescheiden und ergänzte: "Warum ich in der Nationalmannschaft treffe und bei den Bayern nicht, frage ich mich auch jedes Mal. Hier habe ich nun mal das Quäntchen Glück, das mir bei den Bayern manchmal fehlt." WM-Torschützenkönig Thomas Müller bilanzierte: "Es war ein gelungener Auftritt der Mannschaft. Wir haben die Euphorie von der WM ein bisschen mit rübergenommen. Das ist jetzt schon mal ein kleines Polster, das wir uns erarbeitet haben."

Kroos ersetzte den verletzten Schweinsteiger

Podolski, Khedira, Özil, Lahm und Müller (v.l.n.r.) Foto: dapd

Doch am Ende feierten die Deutschen: Podolski, Khedira, Özil, Lahm und Müller (v.l.n.r.)

Im DFB-Team hatte Toni Kroos im defensiven Mittelfeld den Platz des verletzten WM-Stars Bastian Schweinsteiger eingenommen, der Hamburger Heiko Westermann agierte als linker Außenverteidiger. Beste Spieler im DFB-Team waren Klose, Lahm und Holger Badstuber. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel ist Deutschland nun alleiniger Spitzenreiter der Gruppe A und auf dem besten Weg zur EM 2012 in Polen und der Ukraine. Bereits am Dienstag muss die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, der den 42. Sieg in seinem 60. Länderspiel feierte, in Astana gegen Kasachstan antreten.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Andreas Ziemons

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