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Aktuell Deutschland

Deutscher aus Geiselhaft befreit

Nach mehr als zweieinhalb Jahren Geiselhaft ist ein in Pakistan entführter deutscher Entwicklungshelfer in Afghanistan freigekommen. Das Auswärtige Amt bestätigte einen entsprechenden Zeitungsbericht.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, waren es deutsche Elitesoldaten, die den Mitarbeiter der Welthungerhilfe nach mehr als zwei Jahren Geiselhaft in Afghanistan befreit haben. Der 59-jährige Bernd M. (im Artikelbild ein Foto aus einem Video vor knapp zwei Jahren) sei im Januar 2012 von radikalislamischen Taliban in Pakistan entführt worden, berichtet das Blatt in seiner Samstagsausgabe. Das Auswärtige Amt bestätigte der Nachrichtenagentur epd, dass ein deutscher Staatsbürger freikam.

In Obhut der Bundesregierung

Die Übergabe der deutschen Geisel habe in Kabul stattgefunden. Der Entwicklungshelfer befindet sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes "in Obhut der Bundesregierung". "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er wird psychologisch betreut", sagte eine Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass zu der Freilassung neben deutschen Stellen auch ausländische Partner beigetragen hätten.

Die Zentrale der Welthungerhilfe in Bonn (foto: dpa)

In 40 Ländern aktiv: Die Welthungerhilfe mit Sitz in Bonn

Dem "Bild"-Bericht zufolge befand sich ein KSK-Team bereits seit einiger Zeit in Kabul, um die Übergabe vorzubereiten. Eine gewaltsame Befreiungsaktion war demnach nicht geplant. Angaben zu Gegenleistungen für die Freilassung des Entwicklungshelfers gab es zunächst nicht.

Zweieinhalb Jahre als Geisel

Der Mitarbeiter der Deutschen Welthungerhilfe war mit einem italienischen Kollegen aus einem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan in der Provinz Punjab verschleppt worden. Angaben zu dem Italiener lagen zunächst nicht vor. Medienberichten zufolge betreuten der Deutsche Hilfsprojekte nach dem verheerenden Indus-Hochwasser von 2010. Die beiden Europäer waren nach früheren Angaben aus Extremisten-Kreisen von den pakistanischen Taliban entführt worden und dann an andere Gruppen mit Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida weitergegeben worden.

ml/cw (dpa, epd, afp)