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Wirtschaft

Deutscher Außenhandel in Rekordlaune

Die deutschen Exporte haben im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro überschritten. Aber auch die Einfuhren erreichten neue Rekordstände.

Beschreibung: Großcontainerschiffe im Hamburger Hafen Aufnahmeort: Hamburg (Datum unbekannt) Foto: HHLA Rechtehinweis: Unter Quellenangabe frei zur Verwendung für Pressezwecke

Großcontainerschiffe im Hamburger Hafen

Die deutschen Exporteure haben nach der Krise längst wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Im Jahr 2011 haben sie Waren im Wert von 1060 Milliarden Euro ausgeführt - und damit zum ersten Mal die Billionengrenze geknackt, meldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch (08.02.2012) in Wiesbaden. Diesem Exporterfolg standen Einfuhren im Wert von 902 Milliarden Euro gegenüber. Damit übertrafen die Einfuhren deutlich den bisherigen Höchstwert von 805 Milliarden Euro im Jahr 2008.

Ein Hafenarbeiter des Alberthafen in Dresden (Foto: Arno Burgi/lsn)

Export brummt: Der Alberthafen in Dresden

"Auch 2012 ist der Export trotz vieler Rezessionsängste auf Kurs zu einem neuen Allzeithoch", erklärte Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, am Mittwoch in Berlin. "Zusammen mit den Importen erwarten wir für den Außenhandel dann erstmals die Zwei-Billionen-Marke zu knacken." Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler lobte die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Zwar sei es wegen der Schwächephase der Weltwirtschaft schwieriger, an diese Erfolge anzuknüpfen. Doch bleibe die deutsche Wirtschaft "hoch wettbewerbsfähig", sagte Rösler am Mittwoch in Berlin.

Importe stärker gestiegen

Gegenüber dem Vorjahr sind die Exporte um 11,4 Prozent gestiegen, die Importe wuchsen mit 13,2 Prozent sogar noch schneller. Damit schloss die deutsche Außenhandelsbilanz - also das Verhältnis von Exporten zu Importen - nach vorläufigen Angaben der Wiesbadener Statistiker im Jahr 2011 mit einem Überschuss von gut 158 Milliarden Euro ab. Im Jahr 2010 hatte der Überschuss knapp 155 Milliarden Euro betragen.

Philipp Rösler (Foto: dpa)

Freut sich über Exporterfolge: Philipp Rösler

Allerdings ist den deutschen Exporteuren gegen Ende des vergangenen Jahres etwas die Puste ausgegangen. Denn im Dezember fielen die Exporte im Vergleich zum Vormonat überraschend deutlich. Im Monatsvergleich gingen sie nach den Angaben aus Wiesbaden um 4,3 Prozent zurück. Das war das kräftigste Minus seit Januar 2009, als die deutschen Exporte infolge der Lehman-Pleite binnen Monatsfrist um 6,5 Prozent eingebrochen waren. Volkswirte hatten im Dezember lediglich mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Die Einfuhren fielen auf Monatssicht um 3,9 Prozent.

Europa ist der beste Kunde

Nach wie vor sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die größten Abnehmer deutscher Waren. Sie haben im Jahr 2011 Waren im Wert von 627 Milliarden Euro abgenommen und umgekehrt und Waren im Wert von 573 Milliarden Euro nach Deutschland verkauft. Gegenüber dem Jahr 2010 stiegen die Ausfuhren in die EU-Länder um knapp zehn Prozent und die Einfuhren aus diesen Ländern um rund 14 Prozent.

Eine Waage (Foto: Alx - Fotolia)

Nicht ausgewogen: Die Leistungsbilanz hat Überschüsse

Mit den vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik lässt sich auch die weiter gefasste Leistungsbilanz Deutschlands mit dem Ausland berechnen. So geben die deutschen Urlauber traditionell mehr Geld im Ausland aus als hiesige Wirtschaftszweige an ausländischen Touristen verdienen, der Saldo der Dienstleistungen weist für 2011 ein Minus von 7,8 Milliarden Euro aus. Nach wie vor überweisen in Deutschland beschäftigte ausländische Arbeitnehmer viel Geld in ihre Heimat: 2011 flossen 35,6 Milliarden Euro ins Ausland.

Dafür aber weist der Posten der Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die Deutsche im Ausland erzielen, ein Plus von 40,9 Milliarden Euro aus. Alles in allem schloss die deutsche Leistungsbilanz nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank im vergangenen Jahr mit einem Plus von knapp 136 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag dieses Plus noch bei 141 Milliarden Euro.

Autor: Rolf Wenkel
Redaktion: Henrik Böhme

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