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Wirtschaft

Deutscher Außenhandel feiert Rekorde

Trotz der Sanktionen gegen Russland hat die deutsche Wirtschaft 2014 gleich drei Handelsrekorde geknackt. Beim Volumen von Ein- und Ausfuhren und beim Exportüberschuss gab es neue Höchststände.

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Euro im Sinkflug - Chance oder Risiko für die deutsche Wirtschaft? (14.01.2015)

Insgesamt wurden 2014 Produkte im Wert von 1133,6 Milliarden Euro ausgeführt. Das ist ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren erreichten 916,5 Milliarden Euro und lagen damit 2,0 Prozent höher als 2013.

"Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2014 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2012. Damals wurden Waren im Wert von 1095,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 905,9 Milliarden Euro importiert", berichteten die Statistiker.

Der Exportrekord wurde trotz der Ukraine-Krise und der Wirtschaftssanktionen gegen Russland erzielt. Nach Russland (-20 Prozent auf 27,7 Mrd. Euro) und in die Ukraine (-48 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro) sind die deutschen Ausfuhren besonders stark eingebrochen.

Starker Handel mit EU-Ländern ohne Euro

Stark gewachsen ist der Außenhandel dagegen mit Ländern aus der Europäischen Union, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Eurozone angehören. Die Exporte dorthin kletterten um satte 10,2 Prozent auf 243,1 Milliarden Euro, die Einfuhren um 6,6 Prozent auf 188,5 Milliarden Euro.

Auch mit den Ländern der Eurozone verzeichnete der deutsche Außenhandel 2014 ein Plus, nachdem er im Vorjahr noch rückläufig war. Die Exporte stiegen um 2,7 Prozent auf 414,2 Milliarden Euro, die Importe um 2,3 Prozent auf 411,4 Milliarden Euro.

"Die Zahlen sind ordentlich", kommentierte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. "Die Exporte sind im gesamten vierten Quartal gestiegen."

In sogenannte Drittländer außerhalb der EU, also den Rest der Welt, wurden 2014 Waren im Wert von 476,2 Milliarden Euro exportiert, das ist ein Plus von 1,5 Prozent. Einfuhren aus diesen Ländern summierten sich auf 316,6 Milliarden Euro, das sind 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die sinkenden Einfuhren aus Ländern in Übersee ist damit mitverantwortlich für den höchsten deutschen Exportüberschuss der Geschichte: Der Wert der Exporte übertraf den der Importe um 217 Milliarden Euro. Der bisherige Rekordwert von 2007 hatte bei 195,3 Milliarden Euro gelegen.

Rekord-Überschuss beim Export

Den größten Exportüberschuss erzielte die deutsche Wirtschaft im Handel mit den USA (43,6 Mrd. Euro). Defizite gab es im Handel mit den Niederlanden (-13,8 Mrd. Euro), Norwegen (-9,8 Mrd. Euro), Russland (-8,0 Mrd. Euro) und China (-4,0 Mrd. Euro).

Die größten Abnehmer für deutsche Waren im Zeitraum Januar bis November 2014 sind nach Angaben des Statistikamts:

1. Frankreich (+1,7 Prozent auf 94,2 Mrd. Euro)
2. USA (+ 6,6 Prozent auf 88,4 Mrd. Euro)
3. Großbritannien (11,6 Prozent auf 77,7 Mrd. Euro)
4. China (+ 11,2 Prozent auf 68,5 Mrd. Euro)

Die wichtigsten Einfuhrländer für Deutschland waren in diesem Zeitraum:

1. Niederlande (81,2 Mrd. Euro)
2. China (72,5 Mrd. Euro)
3. Frankreich (62,5 Mrd. Euro)
4. Italien (44,9 Mrd. Euro)
5. USA (44,8 Mrd. Euro)

Schwacher Euro hilft

Auch 2015 dürften die Exporteure auf Rekordkurs bleiben. Der Außenhandelsverband BGA hatte Ende Dezember ein Plus von vier Prozent vorhergesagt und dies mit einem leichten Anziehen der weltweiten Konjunktur begründet.

"Der Welthandel dürfte in diesem Jahr wenig dynamisch wachsen", glaubt dagegen Stefan Schilbe, Analyst bei HSBC Trinkhaus. Vor allem die schwache Entwicklung in großen Schwellenländern wie Russland und Brasilien werde dämpfen. Positiv für die deutsche Wirtschaft werde sich aber der niedrige Kurs der Währung niederschlagen, so Schilbe. "Der schwächere Euro hilft - zumal die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen ohnehin gut ist. Die schwächere Währung ist ein zusätzlicher Treiber."

bea/zdh (reuters, dpa, afp, destatis)

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