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Wirtschaft

Deutscher Arbeitsmarkt trotzt allen Krisen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember 2014 um 47.000 auf 2,76 Millionen gestiegen. Soweit die schlechte Nachricht. Die Gute: Das ist der niedrigste Dezember-Wert seit der Wiedervereinigung.

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Mindestlohn in Deutschland: Wie Firmen reagieren

Im Jahr 2014 waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 2,898 Millionen Menschen arbeitslos - und damit 52.000 weniger als im Jahr davor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Im Dezember hat die Zahl der arbeitslosen Menschen aus jahreszeitlichen Gründen etwas zugenommen. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen." Eine Zunahme sei im Dezember üblich, der Anstieg sei diesmal aber geringer ausgefallen als in den Vorjahren.

Verhaltene Prognosen

Für 2015 gehen die Ökonomen nur von einer verhaltenen Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt aus. Zwar rechnen sie mit einem etwas kräftigeren Wirtschaftswachstum als 2014. Auf dem Arbeitsmarkt werde dieser Konjunkturschub aber kaum ankommen, prognostizierten die Fachleute.

Im Jahresschnitt 2015 rechnen die Fachleute mit 2,90 bis 2,94 Millionen Arbeitslosen, was einer Stagnation oder sogar einem leichten Anstieg der Erwerbslosigkeit in diesem Jahr im Vergleich zu 2014 gleichkäme. Lediglich ein Volkswirt rechnet mit einem etwas kräftigeren Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

Die meisten Volkswirte begründen ihre eher zurückhaltende Einschätzung vor allem mit der am 1. Januar Kraft getretenen Mindestlohnregelung. Diese werde in einigen Regionen zu Arbeitsplatzverlusten führen. "Das ist ein Faktor, der 2015 bremst", ist Stefan Kipar überzeugt, Volkswirt bei der Bayern-LB.

Nach Überzeugung von Oliver Rakau, Arbeitsmarktexperte bei der Deutschen Bank, dürfte sich zudem die starke Nachfrage nach der Rente mit 63 Jahren dämpfend auf Konjunktur und Arbeitsmarkt auswirken. "Es zeichnet sich ab, dass 2015 viele hoch qualifizierte Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen." Sie rissen damit Lücken in die Belegschaften, die sich inzwischen nicht mehr so leicht schließen ließen.

Wen/hb (rtr, dpa, ots)

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