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Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft: Talfahrt oder Delle?

Deutschlands Wirtschaft befindet sich zur Jahreswende in einer Schwächephase, konstatieren drei Wirtschaftsinstitute übereinstimmend. Zwar gebe es Signale für eine Trendwende, aber auch erhebliche Risiken.

Daumen hoch, Daumen runter © fovito #20646437

Daumen hoch, Daumen runter

Mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), dem Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen haben am Dienstag (11.12.2012) gleich drei Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen für das kommende Jahr vorgelegt. Tenor: Die deutsche Wirtschaft schwächelt, aber die Voraussetzungen für eine Erholung sind gut.

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Börsenfieber trotz Krise

Das RWI erwartet für 2013 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um nur noch 0,3 Prozent nach einem Zuwachs um 0,7 Prozent im laufenden Jahr. Damit ist das Institut skeptischer als bei seiner Prognose vom September, als für 2013 noch ein Zuwachs von 1,0 Prozent vorhergesagt worden war. Die Essener Wissenschaftler haben ihre Prognose gesenkt, weil "die Investitionen der Unternehmen stärker als erwartet gesunken sind und sich später im kommenden Jahr erholen dürften". Zudem würden die Exporte aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche im Euro-Raum voraussichtlich nur verhalten zulegen, schreibt das RWI.

Vorübergehende Schwäche

"Allerdings erwarten wir, dass es sich bei dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2012 nur um eine vorübergehende Schwäche handelt", heißt es in der RWI-Prognose weiter. Darauf deuteten eine Reihe von Faktoren hin. So habe sich die Expansion in den USA und in China zuletzt wieder verstärkt, was den deutschen Export stützen dürfte.

Auch habe sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigt, und schließlich seien die Aktienkurse - in der Vergangenheit häufig ein verlässlicher Frühindikator der Industrieproduktion - zuletzt auf ein neues Jahreshoch gestiegen. "Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir, dass sich die Produktion in den ersten Monaten des kommenden Jahres wieder stabilisiert. Dazu trägt auch bei, dass die internen Wachstumsbedingungen nach wie vor günstig sind". heißt es in der RWI-Prognose.

Konjunkturbarometer steigt

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt regelmäßig Finanzmarktexperten zu ihren Konjunkturerwartungen - und die sind deutlich optimistischer als noch im November. Mit einem Anstieg um 22,6 Punkte steht das ZEW-Konjunkturbarometer erstmals seit Mai 2012 wieder im positiven Bereich.

"Die Finanzmarktexperten betrachten den Konjunkturverlauf im Jahr 2013 mit vorweihnachtlichem Optimismus. Zwar wird die Abkühlung der Konjunktur der letzten Monate auch in das Jahr 2013 hineinreichen, jedoch bleibt Deutschland nach derzeitigem Stand der Dinge eine Rezession erspart. Bedingung hierfür ist allerdings, dass es nicht erneut zu einer Verschärfung der Krisen in der Eurozone kommt", kommentiert ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Moderater Wachstumspfad

Für das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut hat sich das konjunkturelle Gesamtbild nicht wesentlich geändert. "Wie erwartet, konnte sich die deutsche Wirtschaft nicht mehr der Eurokrise und der sich im Euroraum ausbreitenden Rezession entziehen. Im laufenden Quartal ist sogar mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts zu rechnen", schreibt das HWWI.

Allerdings erwartet auch das HWWI keine Rezession. "Vielmehr sollte sich die Konjunktur ab Jahresbeginn 2013 allmählich wiederbeleben und später auf einen moderaten Wachstumspfad zurückkehren", heißt es. Für 2013 rechnet das Institut unverändert mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, nach 0,75 Prozent im Jahr 2012. "Die Risiken für eine ungünstigere Entwicklung bleiben angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Eurokrise, des möglichen 'fiscal cliff' in den USA und der Spannungen in Nahost aber erheblich", schreibt das HWWI.

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