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Deutschland

Deutsche Wirtschaft überwindet Rezession

Kräftige Investitionen und ein wiedererstarkter Export haben die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung gebracht. Das stärkste Wachstum seit Anfang 2008 ist auch den staatlichen Konjunkturprogrammen zu verdanken.

Dachdecker decken das Dach eines Hauses (Foto: Erwin Wodicka)

Es geht aufwärts

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag (24.11.2009) in Wiesbaden meldete. Damit bestätigten die Experten eine erste Schätzung von Mitte November.

Der Aufwärtstrend, der sich bereits im zweiten Quartal mit einem Plus von 0,4 Prozent angekündigt hatte, wird damit fortgesetzt. Die schwerste Rezession seit Beginn der Bundesrepublik sei endgültig überwunden, erklärte die Behörde. "Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach dem starken Einbruch im Winter weiter."

Mehr Investitionen als Folge staatlicher Konjunkturprogramme

Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (Infografik: DW)

Steigende Investitionen der Unternehmen und Exporte haben der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal das stärkste Wachstum seit Anfang 2008 beschert. Laut Bundesamt wurde dank staatlicher Konjunkturprogramme in Bauten um 1,5 Prozent mehr investiert als im Vorquartal.

Auch die wiedererstarkten Exporte hätten positive Impulse gegeben. Die Ausfuhren seien um 4,9 Prozent gestiegen.

Bürger halten ihr Geld zusammen

Bremsend wirkten dagegen die zurückhaltenden Konsumenten. Die privaten Haushalte gaben demnach im dritten Quartal 0,9 Prozent weniger aus als in den Monaten April bis Juni. Experten sehen diese Entwicklung im Zusammenhang mit der ausgelaufenen Umweltprämie für die Verschrottung von alten Autos.

"Dass die privaten Konsumausgaben gefallen sind, hat mit dem Auslaufen der Abwrackprämie zu tun", erklärte etwa Ralph Solveen von der Commerzbank. Er prognostizierte, der private Konsum werde wegen der steigenden Arbeitslosenzahl zwar weiter schwächeln, aber nicht einbrechen.

Symbolbild: Kleine Figuren stehen auf gestapelten Münzen (Foto: Bilderbox)

Starke Investitionen haben die Wirtschaft angekurbelt

Nach Einschätzung der Commerzbank steht die Aufwärtsbewegung der Wirtschaft auf einem breiteren Fundament als oft vermutet. Für das vierte Quartal rechnet die Bank mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 0,8 Prozent.

Wegen des schlechten Starts wird die deutsche Wirtschaft aber trotz der Aufholjagd im Gesamtjahr 2009 so stark einbrechen wie noch nie seit Beginn der Bundesrepublik. Experten erwarten ein Minus von vier bis fünf Prozent.

ifo-Index steigt im November deutlich an

Nicht nur die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen die wirtschaftliche Erholung. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex sendet Signale für eine anhaltende Belebung der Konjunktur. Er stieg von 92 Punkten im Vormonat auf 93,9 Punkte im November, wie das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mitteilte. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft habe sich damit stärker verbessert, als die Experten erwartet hätten.

Nach Einschätzung des ifo-Instituts wird der private Konsum in Deutschland jedoch auch 2010 weiter schwächeln. Als Hauptgrund nannte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger steigende Arbeitslosenzahlen. Die Haushalte würden zudem durch höhere Energiekosten belastet.

Der ifo-Index wird jeden Monat aus einer Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. Er gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, ap, rtr)
Redaktion: Frank Wörner

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