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Europa

Deutsche Wintersportler sterben durch Lawine

In der russischen Kamtschatka-Region ist ein Hubschrauber mit Touristen an Bord von einer Lawine verschüttet worden. Für viele Insassen kam jede Hilfe zu spät. Unter den Todesopfern sind auch Deutsche.

Eine Rauchsäule steigt aus dem aktiven Vulkan Kljutschewskaja Sopka in der Kamtschatka-Region (Foto: dpa)

Der aktive Vulkan Kljutschewskaja Sopka in der Kamtschatka-Region

Eine Sprecherin des russischen Zivilschutzministeriums sagte nach Angaben der Agentur Itar-Tass, mindestens fünf deutsche Wintersportler seien bei dem Lawinenunglück am Samstag (10.04.2010) in der ostrussischen Region Kamtschatka getötet worden. Der Reiseveranstalter Flory Kern Ski-Berge-Abenteuer teilte mit, seit dem Lawinenabgang würden neun Menschen vermisst. Neben den fünf Deutschen seien dies ein russischer Bergführer, ein russischer Skiläufer und zwei Männer der Hubschrauberbesatzung.

Der russische Pilot und ein Skisportler seien verletzt worden. Zwei deutsche Bergführer und drei weitere Skiurlauber seien wohlauf. Die Deutschen der Reisegruppe seien aus Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Keine gesicherten Erkenntnisse

Blick auf einen der zahlreichen Vulkane in Kamtschatka (Foto: dpa)

Die Halbinsel Kamtschatka gilt als eines der letzten Naturparadiese der Erde

Das Auswärtige Amt hat noch keine gesicherten Erkenntnisse über die genaue Zahl von deutschen Staatsangehörigen an Bord des Hubschraubers. Auch darüber, wie viele Deutsche bei dem Unglück ums Leben gekommen sind, war nach Angaben des Außenministeriums nichts bekannt. Das Generalkonsulat Nowosibirsk bemühe sich um weitere Informationen.

Die Wintersportler waren mit einem Mi-8-Hubschrauber auf den Dukum-Pass geflogen worden, etwa 70 Kilometer südwestlich der Stadt Jelisowo, inmitten einer malerischen Landschaft, umgeben von Gletschern und Geysiren. Von hier wollten sie sich auf Skiern und Snowboards die steilen Hänge hinabfahren. Als plötzlich eine Lawine abging, vermutlich von dem Helikopter ausgelöst, wurden die Opfer unter zehn bis 15 Meter hohen Schneemassen begraben. Die Rettungsaktion wurde dadurch erschwert, dass die Unglücksstelle schwer zu erreichen ist. Außerdem herrschten Temperaturen um minus 20 Grad.

Populäres Naturparadies

Die Halbinsel Kamtschatka an der russischen Pazifikküste gilt als eines der letzten Naturparadiese der Erde. Eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt, endlose Wälder und bis zu 4750 Meter hohe Berge locken immer mehr Wanderer und Bergsteiger an. Seit 1996 gehören weite Teile der nahezu unberührten Landschaft zum UNESCO-Weltnaturerbe. Bis zum Ende der Sowjetunion 1990 war das Gebiet rund 50 Jahre lang als militärisches Sperrgebiet für Ausländer nicht zugänglich. Im schneereichen Winter von Oktober bis Mai gibt es oft klirrenden Frost von bis zu minus 40 Grad.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, afp, rtr)
Redaktion: Ursula Kissel