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Pressemitteilungen

Deutsche Welle-Literaturpreis 2003 an Michal Szalonek

Intendant Erik Bettermann: "Junge Autoren leisten wichtigen Beitrag zur Verbesserung des deutsch-polnischen Verständnisses"

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Intendant Erik Bettermann mit dem Gesandten der polnischen Botschaft, Wojciech Wieckowski

Mit seiner Erzählung "Das Zimmer" hat der polnische Übersetzer Michal Szalonek (37) den Literaturpreis 2003 der Deutschen Welle gewonnen. Der in diesem Jahr für die polnische Sprache ausgeschriebene Wettbewerb fand in Polen und darüber hinaus starke Beachtung: Insgesamt erreichten den deutschen Auslandsrundfunk rund 400 Beiträge. Intendant Erik Bettermann überreichte den mit 2.000 Euro dotierten Preis am Mittwoch, 26. November 2003, im Polnischen Institut in Berlin. Da die ersten Preisträger kurzfristig verhindert waren, nahm der Gesandte der polnischen Botschaft, Wojciech Wieckowski, die Urkunden von entgegen.

Die Wettbewerbsjury unter Vorsitz des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk würdigte die "literarisch versierte Erzählung des Preisträgers, die auf sprachlich innovative und spannungsvolle Weise mit vertrauten Ste­reotypen spielt". Michal Szalonek, bislang nur durch Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften hervorgetreten, schildert das Spannungsverhältnis zwischen dem polnischen Jungen Michal und seinem deutschen Wider­sacher Max, die in den 80er Jahren gemeinsam die Oberstufe eines Berli­ner Gymnasiums besuchen.

Exemplarisch beleuchtet der Autor anhand dieser Figuren deutsch-polnische Stereotype und daraus erwachsende Missverständnisse. Die Erzählung des hauptberuflichen Übersetzers mit Wohnsitzen in Kattowitz und Berlin trägt teilweise autobiographische Züge.

Bettermann sagte anlässlich der Preisverleihung, besonders junge Autoren in Polen hätten den Wettbewerb als Forum zur Auseinandersetzung mit den aktuellen deutsch-polnischen Beziehungen in eindrucksvoller Weise genutzt. "Mit kritischen, teilweise auch ironischen Darstellungen gelingt es, Vorbehalte abzubauen und mit Stereotypen zu brechen." Der Wettbewerb bilde damit "einen Mosaikstein in dem Bemühen, den Prozess der euro­päischen Integration und gegenseitigen Verständigung voran­zutreiben", so der Intendant, der darauf verwies, dass sich die Deutsche Welle auch mit ihren Programmen diesem Ziel verschrieben habe.

Den mit 1.000 Euro dotierten zweiten Platz des Wettbewerbs belegte die 37-jährige Psychologin und Journalistin Zyta Rudzka aus Warschau. Ihre Erzählung "Die Giftfresser" widmet sich ebenfalls dem deutsch-polnischen Verhältnis. Auf der Suche nach Erklärungen für den Holocaust, dem ein Teil ihrer Familie zum Opfer fiel, zeigt die Autorin der Jury zufolge "enor­men Mut, sich an eine literarisch unlösbare Aufgabe zu wagen". Mit "faszi­nierenden Sprachbildern vermittelt sie dem Leser stilistisch souverän Einblicke in die Gefühlswelt ihrer Hauptfigur".

Der erst 25-jährige freie Journalist Filip Onichimowski aus Olstyn beschreibt in drastisch-kraftvollen Worten die tief sitzende Frustration arbeitsloser Jugendlicher in der polnischen Provinz, wo sie ihr Minder­wertigkeitsgefühl an gleichaltrigen Deutschen auslassen. Damit erreichte der Autor den dritten Platz. Onichimowski erhält – ebenso wie die beiden Nächstplatzierten Mikolaj Neckar und Jowita Pienkiewicz – ein Stipendium des Goethe-Instituts.

Die prämierten Erzählungen der achten Ausgabe des DW-Literaturpreises erscheinen im Frühjahr 2004 als Sammelband in Deutsch und Polnisch.

26. November 2003
232/03

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  • Datum 01.12.2003
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