1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Deutsche Waffen sind auf dem Weg in den Irak

Die deutsche Waffenhilfe für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak ist angelaufen. Ein Transportflugzeug startete nach stundenlanger Verzögerung von Leipzig aus.

Die Maschine sei um 1.52 Uhr abgehoben, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Die 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 G3-Gewehre und 20 Maschinengewehre an Bord sind für die Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet bestimmt, die gegen die Dschihadisten kämpfen.

Der Start der Maschine war ursprünglich für Mittwochmittag geplant. Doch ein Defekt des für den Transport vorgesehenen Flugzeugs der niederländischen Luftwaffe machte das Abheben unmöglich. Ein Ersatzteil musste eingeflogen und die Maschine repariert werden.

Deutsche Waffen für 10.000 Kämpfer

Auf die erste Waffenlieferung sollen bis Anfang Oktober weitere folgen. 10.000 kurdische Kämpfer sollen mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet werden. Insgesamt überlassen die deutschen Streitkräfte der Kurden-Armee mehr als 600 Tonnen militärische Ausrüstung und Waffen. Außerdem werden Schutzbrillen und Sanitätsausstattungen geliefert.

Die kurdischen Kämpfer sollen in den Gebrauch der Waffen eingewiesen werden. Deshalb sind sechs Ausbilder der Bundeswehr und ein Sanitäter auf dem Weg in die Krisenregion. Allerdings gab es auch hier Verzögerungen. Das Ausbilder-Team sitzt seit Samstag im bulgarischen Burgas fest, weil es technische Defekte und deshalb keine Einfluggenehmigung für den Irak gab. Letztere liegt nach Bundeswehr-Angaben inzwischen aber vor. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos wurde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, dass die deutschen Soldaten am Donnerstag in der Kurdenmetropole Erbil eintreffen können.

Das Verteidigungsministerium stellte unterdessen noch einmal klar, die Waffen seien ausschließlich für die irakischen Peschmerga und nicht für die PKK-Kämpfer der kurdischen Türken bestimmt. Dies werde mit einer sogenannten "Endverbleibserklärung" sichergestellt. Die Bundesregierung hatte Ende August nach kontroverser Debatte beschlossen, die irakischen Kurden auch mit Waffen im Kampf gegen die extremistische Organisation "Islamischer Staat" (IS) zu unterstützen.

haz/ml (dpa, rtr)