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Volleyball

Deutsche Volleyballer erstmals im EM-Finale

Historischer Tag für Deutschlands Volleyballer: Nach dem Sieg im Halbfinalkrimi gegen Favorit Serbien hat das deutsche Team bei der EM in Polen eine Medaille sicher. Das gab es noch nie.

Die deutschen Volleyballer haben bei der Europameisterschaft in Polen Geschichte geschrieben. Dank einer furiosen Aufholjagd hat die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani nach dem 3:2 (24:26, 15:25, 25:18, 27:25, 15:13)-Sieg im Halbfinal-Krimi gegen den Favoriten Serbien in Krakau ihre erste EM-Medaille sicher. Im Finale am Sonntag (20.30 Uhr MESZ) geht es für das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gegen Rekordtitelträger Russland um Gold oder Silber. Das russische Team setzte sich gegen Belgien glatt mit 3:0 (25:14, 25:17, 25:17) durch. 

Moralische Rückendeckung durch den Ex-Kapitän

Vor 8336 Zuschauern spielten die Deutschen um Diagonalangreifer Georg Grozer gegen den Europameister von 2011 vor allem in der Schlussphase begeisternden Volleyball. Im vierten Satz wehrte das nervenstarke Team sogar zwei Matchbälle ab und zwang die Serben schließlich in die Knie. Die DVV-Auswahl hatte vor ihrem ersten EM-Halbfinale seit 24 Jahren nochmals emotionalen Rückhalt erhalten. Der langjährige Kapitän Jochen Schöps reiste nach Polen, um seiner früheren Mannschaft Mut zuzusprechen. Mit Serbien wartete allerdings auch der bisher stärkste Kontrahent im Turnierverlauf. "Sie sind technisch und physisch stark, aber auch mental. Die Spieler sind bei den besten Clubs", hatte Bundestrainer Giani gewarnt. Im Volleyball sei aber alles möglich: "Es wird entscheidend sein, mit welchem Selbstbewusstsein meine Spieler die Partie bestreiten."

Wende im dritten Satz

Grozer & Co. versuchten von Beginn an, mutig zu spielen. Doch im eigenen Service waren sie erst nicht aggressiv genug. Die Serben hingegen waren in ihrem Aufschlag dauerhaft druckvoll. Zudem taten sich die Deutschen gegen den wuchtigen Block der Serben schwer. Die beiden ersten Sätze musste das DVV-Team trotz großen Einsatzes abgeben. "Es geht jetzt wieder von Null los", feuerte Kapitän Lukas Kampa seine Mannschaft vor dem dritten Durchgang an. Die Deutschen wurden im Aufschlag druckvoller und waren nun auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Mit 17:10 konnten sie sich bei Kampas Aufschlag sogar absetzen. Die Deutschen zeigten nun, warum sie von den vergangenen sechs Partien gegen Serbien fünf gewinnen konnten.

Die deutschen Schmetterkünstler erzwangen einen vierten Satz. Dort blieben sie dran und hielten bravourös dagegen. Das DVV-Team wehrte zwei Matchbälle ab und erzwang mit dem ersten Satzball den entscheidenden Durchgang. Ein Block von Kampa bescherte dann den erstmaligen Einzug ins Endspiel. Dort könnte nun der ganz große Wurf gelingen. Bisher hatte noch nie eine deutsche Männer-Mannschaft bei Kontinentalmeisterschaften Edelmetall gewonnen. Die besten EM-Ergebnisse waren zwei vierte Plätze aus den Jahren 1991 und 1993. Bei der Weltmeisterschaft 2014 hatten Deutschlands Männer Bronze geholt. 

sn/mvl (dpa, sid)

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