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Sport

Deutsche verpassen Sprung aufs Treppchen

Zwar schleuderte Markus Esser seinen Hammer auf eine gute Weite, doch für die zweite deutsche Medaille reichte es am 3. Wettkampftag dennoch nicht. Auch Stabhochspringer Malte Mohr verpasste Edelmetall nur knapp.

Hammerwerfer Markus Esser jubelt (Foto: dpa)

Hammerwerfer Markus Esser

Langsam wird es für Hammerwerfer Markus Esser zur Gewohnheit: Der 31 Jahre alte Leverkusener wurde zum dritten Mal in seiner Karriere nur Vierter bei einer internationalen Meisterschaft. Diesmal mit einer guten Weite von 79,12 Metern. Bronze hatte er bereits bei der WM 2005 und der EM 2004 knapp verfehlt. Lachen konnte er nach dem Wettkampf aber trotzdem: "Der Vierte ist immer der erste Verlierer. Das ist schon ein bisschen ärgerlich. Aber ich habe von der Weite her einen guten Wettkampf gemacht. Er passt zu dem Jahr, das ich hinter mich gebracht habe. Es ist mir nicht vergönnt. Aber ich kann mit Platz vier mit Recht sagen: Ich bin zurück in der Welt. Und da kann ich auch stolz auf mich sein." Die Goldmedaille von Daegu sicherte sich sieben Jahre nach seinem Olympiasieg in Athen der Japaner Koji Murofushi mit 81,24 Metern. Er blieb damit knapp vor dem Ungarn Krisztian Pars, der sich im sechsten und letzten Versuch auf 81,18 Meter verbesserte. Bronze ging mit 79,39 Metern an Primoz Kozmus, Sloweniens Olympiasieger von 2008 und Weltmeister von 2009.

Auch Mohr verpasst das Treppchen

Auch für den selbsternannten Goldkandidaten Malte Mohr erfüllte sich der Traum von einer WM-Medaille nicht. Im Stabhochsprung-Finale übersprang der Hallen-Vizeweltmeister zwar gute 5,85 Meter, allerdings erst im dritten Versuch. Da er anschließend bei seiner persönlichen Bestmarke 5,90 Meter dreimal scheiterte, konnte er in den Kampf um die Medaillen nicht mehr eingreifen.

Malte Mohr reißt die Latte bei 5,90 Metern (Foto: dpa)

Oh nein! Schon im Flug realisierte Malte Mohr, dass bei 5,90 Metern für ihn Schluss ist

In einem spektakulären Wettkampf setzte sich so der polnische Jahres-Weltbeste Pawel Wojciechowski mit 5,90 Metern vor dem höhengleichen Kubaner Lazaro Borges und dem favorisierten Franzosen Renaud Lavellnie (5,85) durch. "Ich hätte nicht gedacht, dass es ein Wettkampf auf so hohem Niveau wird", sagte Mohr hinterher. "Mit persönlicher Saisonbestleistung kann ich schon zufrieden sein. Leider sit keine Medaille dabei herausgesprungen."

Kleinert zufriedene Achte

Nadine Kleinert verdrückt eine Träne (Foto: dpa)

Nadine Kleinert verdrückt eine Träne

Am Ende des Wettkampfes standen Nadine Kleinert die Tränen in den Augen. Wegen einer Muskelverletzung musste sie auf ihren letzten Versuch verzichten. Zwei Jahre nach ihrem WM-Silber von Berlin belegte sie mit ihrer Saisonbestleistung von 19,26 Metern Rang acht. Zufrieden war die 35-Jährige, die dreimal Vize-Weltmeisterin war, dennoch: "Ich habe alle meine Ziele erreicht", sagte sie. "Finalteilnahme, beste Deutsche und auch noch Saisonbestleistung. Das alles hatte ich mir vorgenommen." Einen WM-Rekord stellte die neue Weltmeisterin Valerie Adams aus Neuseeland auf. Mit 21,24 Metern schlug sie die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk (20,05). Bronze gewann mit 20,02 Metern die US-Amerikanerin Jillian Camarena-Willams.

Überraschungssiegerin über die Stadionrunde

Zieleinlauf 400 Meter Frauen (Foto: AP)

Amantle Montsho hat das bessere Finish

Sie zählte im Vorfeld zu den Geheimfavoritinnen. Doch dass Amantle Montsho aus Botswana es aber tatsächlich schaffen würde, erstmals Weltmeisterin über 400 Meter zu werden, kam dann doch unerwartet. Die Außenseiterin gewann in 49,56 Sekunden knapp vor der Topfavoritin Allyson Felix aus den USA (49,59). Bronze ging an die Russin Anastasija Kapatschinskaja (50,24). Bei Montsho flossen auf der Ehrenrunde die Tränen. Schließlich hatte sie die erste WM-Medaille überhaupt für ihr afrikanisches Land erobert.

China protestiert erfolgreich

Zieleinlauf 110 Meter Hürden Männer (Foto: AP)

Robles vorn - Xiang strauchelt

Eigentlich hatte Dayron Robles aus Kuba über die 110 Meter Hürden einen Favoritensieg errungen: Der Olympiasieger und Weltrekordhalter siegte in 13,14 Sekunden knapp vor Jason Richardson (13,16) aus den USA und Ex-Weltmeister Liu Xiang aus China (13,27). Rund eine Stunde nach seinem Sieg aber wurde Robles disqualifiziert. Der Grund: Eine Berührung Robles' am Arm seines Nebenmannes Xiang hatte den Chinesen ins Straucheln gebracht. China legte Protest wegen Behinderung ein, dem Protest wurde gemäß der IAAF-Regel 63.2 stattgegeben. Das WM-Gold geht dadurch an Richardson, Silber an Xiang. Als neuer Dritter wird nun der Brite Andrew Turner (13,44) geführt.

Jeter bezwingt die Jamaikanerinnen

Zieleinlauf 100 Meter Frauen (Foto: AP)

Ein Blick zur Seite macht klar: Jeter hat gewonnen

Einen Tag nach dem Fehlstart-Desaster von Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt und dem WM-Titel für den Jamaikaner Yohan Blake gab es bei den 100 Metern der Frauen keine weitere Goldmedaille für Jamaika. Neue Weltmeisterin wurde die US-Amerikanerin Carmelita Jeter. Trotz starkem Gegenwind setzte sie sich in beeindruckenden 10,90 Sekunden gegen die Jamaikanerin Veronica Campbell-Brown (10,97) und Kelly-Ann Baptiste aus Trinidad und Tobago (10,98) durch. Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika musste sich mit Platz vier zufrieden geben.

Enttäuschung bei Jennifer Oeser

Jennifer Oeser lehnt sich an ein Geländer und versteckt ihr Gesicht (Foto: dpa)

Jennifer Oeser hatte sich mehr ausgerechnet

Nicht rund lief es für Deutschlands beste Siebenkämpferin. Vizeweltmeisterin Jennifer Oeser liegt nach den ersten vier Disziplinen des Siebenkampfes nur auf Rang sieben. Mit 3791 Punkten hat sie zudem nur noch geringe Chancen auf eine Medaille. An der Spitze liegt Titelverteidigerin Jessica Ennis (Großbritannien) mit 4078 Punkten vor Tatjana Tschernowa aus Russland (3927). Lilli Schwarzkopf rangiert in der Zwischenwertung mit 3637 Punkten auf Platz elf. Die dritte Deutsche, Julia Mächtig, liegt mit 2812 Zählern an 23. Stelle.

Positiver lief es für Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting. Er konnte sich trotz einer Knieverletzung mit 64,93 Metern souverän für das Finale qualifizieren. Über 400 Meter Hürden zog der Dresdener Georg Fleischhauer mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 48,72 Sekunden ins Halbfinale ein. Er war mit einer Bestmarke von 49,50 Sekunden nach Südkorea gereist.

Autor: Andreas Sten-Ziemons
Redaktion: Arnulf Boettcher

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