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Fokus Osteuropa

Deutsche Unterstützung für Wasserversorgung in Albanien

Für Durres an der Küste Albaniens ist die Versorgung mit Trinkwasser ein altbekanntes Problem. So herrscht auch dieses Jahr Wassermangel - nicht zuletzt, weil Leitungen angezapft werden. Eine deutsche Firma soll helfen.

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Küstenbewohner und Touristen sind oft ohne Leitungswasser.

Mit dem Wachsen der Stadt seit dem Ende des Kommunismus und der damit verbundenen Vervierfachung der Bevölkerung sind die regelmäßigen Wasserabschaltungen zu einem großen Hindernis für die Wirtschaft und die Bürger geworden. Aber auch für den Tourismus, der entlang der Küste von Durres in den Sommermonaten floriert. Im Rahmen eines Projektes der Weltbank verwaltet nun die deutsche Firma "Berlinwasser International AG" das Versorgungs- und Abwassernetz von Durres. Auf Grundlage eines Vertrages, den diese Firma mit dem Bezirk Durres geschlossen hat, ist vor zwei Jahren die Verwaltung des Netzes in die Hand der Berliner übergegangen.

Wassermangel in der Saison

Dennoch haben auch weiterhin einige Stadtteile, wie die Gegend um das städtische Spital oder die Siedlungen entlang des Strandes auch weiterhin erhebliche Versorgungsprobleme, insbesondere im Sommer. Ismail, ein Einwohner des Stadtteils am Spital, sagt, dass die Schlangen an den wenigen Brunnen, die von den Häusern weit entfernt liegen, in den letzten Wochen länger geworden sind: "Mal haben wir Wasser und dann wieder nicht". Aber besonders am Strand verschärft sich das Problem, weil durch die Ankunft der Touristen der Verbrauch an Wasser um das drei bis vierfache Maß gestiegen ist. Die meisten von ihnen kommen aus Kosovo oder Mazedonien. Für Adem waren die Tage am Strand sehr entspannend, aber er hat vor allem die unsichere Wasserversorgung zu bemängeln: "Negativ ist eigentlich nur der Wassermangel. Zum Trinken ist eigentlich gar nichts da, und um zu putzen, sind die Mengen doch ziemlich begrenzt. Im letzten Jahr gab es mehr."

Richard Pop, ein Manager von "Berlinwasser International" ist besorgt, dass die Einwohner sich selbst nicht ihrer Pflicht und Eigenverantwortung bewusst sind. Er berichtet, dass vielerorts Einwohner das Wassernetz illegal selbst anzapfen oder dass sie das Wasser benutzen, um ihre Gärten und Felder zu wässern. Auch die Zahlungsmoral der Konsumenten ist gering. Derzeit zahlen etwa nur 60 Prozent der Kunden auch ihre Wasserrechnungen.

Tarifänderung angekündigt

"Berlinwasser" plant bedeutende Investitionen in den Frischwasser- und Abwassernetzen der am meisten betroffenen Stadtteile, wobei den Großverbrauchern Priorität eingeräumt werden soll. Auf diese Weise soll der Konsum unter Kontrolle gebracht werden. Der Vertreter der Berliner Firma sieht eine Verbesserung der Wasserversorgung nach den Renovierungsmaßnahmen um zehn Prozent voraus. Aber er kündigt auch eine Veränderung des Tarifsystems an: "Derzeit sind die Tarife so niedrig, dass sie nicht einmal die Produktionskosten decken können."

Verbesserung erhofft

Der Bezirk von Durres, der neben dem deutschen Unternehmen ein Mitgesellschafter der Wasserwerke ist, wird in den kommenden Monaten die Wirksamkeit der Umsetzung des Vertrages mit "Berlinwasser" überprüfen. Genc Alizoti, Sprecher des Bezirks, sagt, dass dabei die umgesetzten Projekte ausschlaggebend sind und nicht die Versprechen vor Beginn der Baumaßnahmen: "Sollte sich dabei herausstellen, dass die Situation sich nicht verbessert, muss auch die Fortsetzung des Managementvertrages mit der Firma noch einmal überprüft werden."

"Berlinwasser International" hat in Albanien auch die Verwaltung der Wasserwerke von Saranda, Elbasan, Fier und Lezha übernommen. Die zuvor tätigen Verwaltungen der Wasserwerke waren in der Regel nicht in der Lage gewesen, Gebühren wirksam einzutreiben und alleine die Instandhaltung der Leitungssysteme zu gewährleisten.

Arben Muka, Durres
DW-RADIO/Albanisch, 16.8.2005, Fokus Ost-Südost